Wir sind schon seit ein paar Jahren im Wallis und haben jetzt unser Zuhause im wunderschönen Val d’Hérens gefunden. Auch wenn wir unsere Region echt lieben, heißt das nicht, dass wir ihr nicht ab und zu mal untreu werden…
Letzte Woche haben wir also den Hund und den Van gepackt und sind für drei Tage ins Binntal gefahren, eine Gegend, von der wir null Ahnung hatten, außer dass wir sie bei unserer Suche nach einem authentischen Tal für unser Coliving entdeckt hatten. 😉
Spoil: Wir hatten sie für unser Projekt nicht wirklich in Betracht gezogen, weil sie uns für ein ganzjähriges Leben etwas zu abgelegen erschien (und vor allem für unsere Kunden schwerer erreichbar war).
Also, heute nehmen wir euch mit auf eine dreitägige Entdeckungsreise in den Naturpark Binntal.
- Ernen: Schau dir das Dorf am Eingang des Binntals an
- Goms Bridge: Die Hängebrücke von Mühlebach
- Das Dorf Binn und die Umgebung
- Binntal: ein Tal, das für seine Mineralien bekannt ist
- Wanderung in Binn: Rundwanderung zum Schaplersee
- Wandern oder Trailrunning vom Binn zum Eggerhorn
- Der Campingplatz Giessen – ein wunderschöner, ruhiger Campingplatz in perfekter Lage
- Mehr Wanderideen im Binntal und Umgebung
Ernen: Schau dir das Dorf am Eingang des Binntals an

Wenn du ins Binntal kommst, fährst du automatisch durch das kleine Dorf Ernen. Auf 1200 m Höhe gelegen, ist dieser Ort echt einen Stopp wert! Seit 2016 gehört Ernen zum Verein der schönsten Dörfer der Schweiz (Evolène ist auch auf dieser Liste von 43 sehenswerten Dörfern in der Schweiz). 😉
Wenn man durch die Stadt schlendert, versteht man schnell, warum sie in dieser Rangliste steht: Die Architektur ist typisch und vor allem bemerkenswert gut erhalten. Viele Häuser haben noch Fassaden aus winzigen Holzziegeln. Ich weiß nicht, wie ich das genauer beschreiben soll, aber es ist wirklich sehr schön.
Aus historischer Sicht solltest du unbedingt zur Kirche Saint-Georges gehen! Sie liegt etwas abseits vom Dorfzentrum und bietet einen super Blick auf das Tal. Die ersten Spuren der Kirche gehen bis ins Jahr 1212 zurück, aber die ältesten noch vorhandenen Überreste stammen eher aus den 1500er Jahren. Es lohnt sich echt, die große Holztür zu öffnen und einen Blick ins Innere zu werfen!




Wenn du während der Wanderung Hunger bekommst, empfehlen wir dir die Terrasse des Sport Café (ein Sportgeschäft, das auch als Bistro dient). 😉 Und falls du mal dort arbeiten möchtest, haben wir sogar einen Coworking Space im Dorf entdeckt… Wir dachten, wir wären ein bisschen verrückt, weil wir einen öffentlichen Coworking Space in Les Haudères einrichten wollten, aber anscheinend sind wir nicht die Einzigen. 😉 Wir waren (diesmal) nicht dort, aber wir finden es super, dass sich die Gemeinde und das Tourismusbüro dafür einsetzen! Website des Coworking Space
Goms Bridge: Die Hängebrücke von Mühlebach

Wenn du durch Ernen kommst, solltest du ein Stück weiter auf der Straße fahren, die durchs Dorf nach Mühlenbach führt, um dir die Hängebrücke von Goms anzuschauen. Diese 290 m lange Brücke hängt 92 m über der Lammschlucht und der Rhone und verbindet Mühlenbach mit Fürgangen.
Natürlich kannst du auch eine längere Wanderung in der Umgebung planen (Beispiele findest du auf der Website der Aletsch Region).
Wir haben uns aber einfach entschieden, im Dorf zu parken und die Brücke auf einem Hin- und Rückweg anzuschauen. Am Ortsausgang gibt’s einen großen kostenlosen Parkplatz und man braucht 10 Minuten zu Fuß, um zur Brücke zu kommen.


Wenn du Hunger hast oder was trinken willst, kannst du im B&B Hängebrigge vorbeischauen, das ist nur ein paar Schritte von der Brücke entfernt. Wir waren nach unserem Besuch dort und ich finde, das war der coolste Ort, den wir während unseres Aufenthalts gesehen haben. Das Team, ihr Lächeln und sogar die kleinen Kekse, die sie Winchy geschenkt haben, alles war einfach perfekt.
Nur so nebenbei: Das Lokal gehört der Familie Kummer. Der Name sagt dir nichts? Dann bist du wahrscheinlich kein Snowboard-Fan… 😉 Es ist die Familie von Patrizia Kummer, die mehrmals die Kristallkugel gewonnen hat und bei den Olympischen Spielen in Sotschi Gold im Parallel-Riesenslalom geholt hat. Ihre Trophäen und Pokale sind übrigens drinnen ausgestellt.
Und wenn du wirklich keine Lust mehr hast, weiterzufahren, kannst du auch dort übernachten. Wir haben natürlich nicht dort geschlafen, weil wir mit dem Van unterwegs waren, aber ich bin mir sicher, dass man dort super herzlich empfangen wird.
Das Dorf Binn und die Umgebung

Von Ernen aus geht’s weiter nach Binn, einem kleinen Dorf, das dem Tal seinen Namen gegeben hat. Binn liegt auf 1400 m Höhe und hat nur 147 Einwohner, die das ganze Jahr über da sind. Hier fühlt man sich echt wie am Ende der Welt… Und trotzdem, wenn man durch die Straßen schlendert, merkt man, dass hier ein bisschen was los ist.



Ein paar Wanderer trinken was auf der Terrasse vom legendären Hotel Offenhorn (das Hotel wurde im 19. Jahrhundert eröffnet, als englische Touristen ins Tal kamen). Die Terrasse liegt direkt neben der alten Steinbrücke und zeigt die EM-Spiele auf einem Bildschirm. Auf der anderen Seite des Flusses sieht man die Gäste vom Gourmetrestaurant Alburn, die auf der Terrasse ihren Kaffee trinken.

Was die Geschäfte angeht, ist das Angebot zwar nicht so groß, aber immerhin gibt’s was. Der kleine Volg-Laden mitten im Dorf hat ein bisschen von allem, oder besser gesagt, man findet dort alles, was man so braucht.
Wir waren echt überrascht, dass es im Dorf sogar eine kleine Brauerei gibt! Das hat natürlich unsere Neugier geweckt, aber leider konnten wir den Laden nicht offen sehen und auch kein Bier im Volg kaufen, weil die es nicht haben… echt schade! Aber keine Sorge, auch wenn wir kein Bier mitnehmen konnten, haben wir es trotzdem geschafft, das lokale Bier bei einer unserer Wanderungen zu probieren. 😉 Mehr Infos über diese tolle Brauerei, die nur mit lokalen Zutaten arbeitet (sie haben ihren eigenen Hopfenanbau), gibt’s auf ihrer Website.
Wanderweg durch die Twingi-Schlucht und zum Binnersee (Ze Binne)
Nach einem kurzen Rundgang durch das Dorf (der zugegebenermaßen relativ schnell erledigt ist) machten wir uns auf den Weg zum kleinen Stausee unterhalb des Dorfes. Künstliche Seen sind nicht immer die „attraktivsten“, aber dieser hier ist wirklich hübsch und vor allem kann man sich in der supergemütlichen Snackbar niederlassen, um etwas zu trinken (dort haben wir das Craft-Bier entdeckt). Mehr noch als der See hat uns der kleine Weiler gefallen, der direkt oberhalb liegt. Ich bin mir nicht ganz sicher, aus welcher Zeit die Häuser stammen, aber einige sahen sehr alt aus, waren aber perfekt restauriert!



Vom See aus geht’s weiter in die Twingi-Schlucht. Hier folgt der Weg einer alten Römerstraße, die früher die einzige Zufahrt zum Dorf Binn war. 1910 wurde sie zu einer befahrbaren Straße ausgebaut, blieb aber ziemlich einfach. Diese Straße war damals echt praktisch, aber wegen der Gefahr von Steinschlägen (vor allem im Winter) auch extrem gefährlich, und oft war das Dorf Binn wochenlang komplett von der Außenwelt abgeschnitten. 1964 wurde beschlossen, den heutigen Tunnel zu bauen, um den Verkehr zu erleichtern, und die alte Straße wurde sozusagen aufgegeben.





Erst 2010 wurde diese Route auf Initiative des Naturparks und für touristische Zwecke neu gestaltet und gesichert, um Wanderern einen atemberaubenden Blick auf die Schluchten zu bieten.
Die römische Brücke von Binn
Am Ausgang der Schlucht kommst du wieder auf einen kleinen Parkplatz am Eingang des großen Tunnels. Du kannst hier natürlich umdrehen, aber wenn du neugierig bist und eine alte römische Brücke sehen willst, kannst du noch etwa fünfzehn Minuten weiterfahren. Folge der Straße ein paar Meter in Richtung Ebene und dann dem Weg, der links zum Fluss runterführt.




Diese Brücke aus dem Jahr 1540 erinnert daran, wie wichtig die Römerstraße war, die Grengiols mit dem Albrun-Pass und Italien verband.
Weiter geht’s bis nach Grenigiols

Wenn du an der Brücke angekommen bist, hast du im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst zurück nach Binn oder zur Bushaltestelle kurz vor dem Tunnel oder du folgst der Römerstraße weiter in Richtung Grengiols.
Wir hatten diese Route im Kopf, haben sie aber letztendlich wegen Zeitmangels und weil wir gesehen haben, dass der berühmte Tulpenweg wegen eines Erdrutschs teilweise gesperrt war, aufgegeben. Denn ja, Grengiols ist ein Dorf, das für seine unglaublichen Tulpenfelder im Frühling (ungefähr ab Mitte Mai) bekannt ist. Wir konnten online keine Infos finden, ob sie Mitte Juni noch da waren oder nicht…
Die Geschichte der Tulpen von Grengiols ist übrigens ziemlich seltsam… Sie wachsen dort schon seit Ewigkeiten, und niemand weiß wirklich, wie sie dorthin gekommen sind. Es ist eine ziemlich besondere Sorte. Die nächste verwandte Art findet man in der Türkei! Durch die Entwicklung der Landwirtschaft in der Region waren sie Mitte des Jahrhunderts fast komplett verschwunden, aber seit ein paar Jahrzehnten steht die Art unter Schutz und 2009 wurde ein Rundweg um die Alp Chalberweid angelegt.
Infos zur Wanderung:
- Entfernung: ungefähr 12 km
- Höhenunterschied: ungefähr 300 m bergauf und 600 m bergab
- Wanderzeit: Rechne mit 4 bis 4,5 Stunden, wenn du gemütlich gehst.
Karte der Wanderung:
Die komplette Route, die wir oben beschrieben haben (von Binn nach Grengiols), ist ungefähr 11 km lang. Die Hin- und Rückfahrt ist total machbar, aber vielleicht ist es interessanter, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kombinieren.
Wenn du die Route nach den Schluchten beendest, kannst du direkt den Bus der Linie Fiesch-Binn nehmen. Wenn du bis nach Grengiols fährst, musst du in Fiesch umsteigen. Achtung, check die Fahrpläne vor der Abfahrt genau, denn es gibt nur 6 Busse pro Tag in Richtung Binn. 😉 Alternative? Nimm zuerst den Bus in Richtung Grengiols und mach die Wanderung in umgekehrter Richtung, dann musst du dir keine Gedanken über dein Tempo machen, um „rechtzeitig anzukommen”.
Für die Fahrpläne: cff.ch oder über die SBB/CFF-App
Binntal: ein Tal, das für seine Mineralien bekannt ist
Das Binntal ist in den letzten Jahren immer bekannter geworden, vor allem bei Geologen. Wegen irgendwelcher Plattenbewegungen, die ich dir nicht erklären kann, hat die Gegend eine echt coole Mineralvielfalt. Es gibt dort über 200 verschiedene Gesteinsarten, von denen ein Dutzend nur hier vorkommen und nirgendwo anders gefunden wurden.



Früher war das Sammeln und Verkaufen dieser Steine eine coole zusätzliche Einnahmequelle für Bauernfamilien. Heute suchen nur noch ein paar Enthusiasten nach diesen mineralischen Schätzen. Einer von ihnen ist André Gorsatt, der sich entschlossen hat, ein Museum zu eröffnen, das sich komplett seinen Funden im Binntal widmet.
Mal ehrlich, wir hatten noch nie von den Mineralien aus dem Binntal gehört, bevor wir dort waren… Aber die vielen Flyer, die überall rumlagen, haben uns neugierig gemacht, und so haben wir uns die Ausstellung von André Gorsatt angeschaut. Und ehrlich gesagt? Es lohnt sich! Leider gibt’s die Erklärungen nur auf Deutsch, aber wir hatten echt Spaß dabei, einfach die verschiedenen Formen und Farben zu checken und die vielen Fotos anzuschauen, auf denen man André Gorsatt in seinen jungen Jahren beim Klettern in den Bergen sieht.




Der Eintritt ins Museum kostet 5 CHF und hilft dabei, die Stiftung zu unterstützen. Die Ausstellung ist meistens während der Sommersaison geöffnet oder auch den Rest des Jahres nach Vereinbarung.
Mehr Infos findest du auf seiner Website.
Für alle, die mehr wissen wollen, gibt’s einen kleinen Lehrpfad von 1,2 km Länge, der von Fäld zu den Minen von Lengenbach führt. Vor der Mine Lengenbach gibt’s ein Steinlager, wo Kinder nach goldenem Pyrit suchen können. Im Mineralienmuseum und im Restaurant Imfeld in Fäld kann man Hämmer und Meißel zum Steineklopfen ausleihen. Das kostet 2 CHF, aber ansonsten ist das Steinesuchen kostenlos (es gibt eine kleine Kasse für Spenden).
Wenn du nach weiteren Ideen für Wanderungen und Aktivitäten in der Schweiz suchst, solltest du dir unser neues E-Book nicht entgehen lassen. Dieser 75-seitige Reiseführer, der im Mai 2025 erschienen ist, enthält alle unsere besten Tipps und Tricks, um unser geliebtes kleines Land zu besuchen, ohne dabei dein Budget zu sprengen. Du findest darin Tipps zu Transport, Unterkünften und Einkaufsmöglichkeiten, aber auch eine Liste mit kostenlosen Aktivitäten und Veranstaltungen zu jeder Jahreszeit sowie unsere Lieblingsaussichtspunkte und Wanderungen. Am Ende des Reiseführers haben wir außerdem eine Auswahl an ungewöhnlichen Routen abseits der ausgetretenen Pfade (+ dazugehöriges Budget) zusammengestellt. Ein super umfassender Reiseführer mit einer tollen interaktiven Karte, auf der du über 500 Adressen und Tipps findest (und über 100 Wanderrouten im ganzen Land, jeweils mit einem Link zu einem ausführlichen Artikel und/oder der GPX-Route zum Herunterladen).

Mehr Infos zum E-Book und zur interaktiven Karte findest du in diesem Artikel.
Wanderung in Binn: Rundwanderung zum Schaplersee

An unserem zweiten Tag in der Region Binn wollten wir eine Wanderung in etwas höheren Lagen machen. Wir hatten schon vor unserer Ankunft mehrere Ideen, aber als wir die Landschaft um uns herum sahen, wurde uns schnell klar, dass wir unsere Pläne überdenken mussten…
Dieses Jahr hat es bis Mai geschneit und die Wanderwege über 2300 m waren Mitte Juni immer noch zugeschneit. Wir erzählen euch weiter unten von unseren anderen Wanderideen, aber an diesem Tag haben wir uns entschieden, auf Nummer sicher zu gehen und sind zu einer Rundwanderung zum Schaplersee aufgebrochen.
Eigentlich wollten wir diese Runde (die bis auf maximal 2250 m hoch geht) machen, um besser einschätzen zu können, was wir am nächsten Tag in Sachen Höhe schaffen könnten.
Vom Campingplatz aus sind wir erst mal den Fluss hoch bis nach Fäld (wo das Mineralienmuseum ist) gewandert. Dort hatten wir zwei Möglichkeiten: entweder weiter auf einem gelb markierten Weg, der einem breiten Pfad folgt, oder auf einem roten Weg, der direkter nach oben führt. Ratet mal, für welche Option wir uns entschieden haben. 😉
Ich will ehrlich sein… schon am frühen Morgen bringt der Aufstieg durch den Wald das Herz richtig in Schwung. Der Weg geht ohne Umwege durch die Bäume bergauf und nach nur 1,5 km hat man schon fast 500 Höhenmeter geschafft. #schmerzendeOberschenkel





Man verlässt den Wald auf etwa 2000 m Höhe und ab da wird der Hang flacher, bis man zum Hockbode kommt (was wörtlich übersetzt „Sitzplatz“ bedeutet).

Für unseren Ausflug war dieser Ort auch der Startpunkt für die Abenteuer von Fabienne und Benoit im Schnee. 😉 Beim Aufstieg war es ziemlich einfach, die Zehenspitzen in den Schnee zu drücken, um einen guten Halt zu haben, aber ich muss zugeben, dass ich mich beim Aufstieg auf dem letzten Stück des steilen Hangs ernsthaft gefragt habe, wie ich da wieder runterkommen würde.
Nach einer letzten kleinen Anstrengung zeigt uns unsere Karte, dass wir am Schaplersee angekommen sind. Ich muss sagen, dass wir echt Glück hatten, die Karte dabei zu haben, denn vom See haben wir nicht viel gesehen, haha. Da er noch mit Schnee bedeckt war, hätte man ihn leicht übersehen können. Aber wenn man genauer hinschaute, konnte man ein paar Frösche sehen, die zwischen zwei Eisbrocken herumplantschten. 😉



Na ja, egal, die Aussicht war super und wir konnten uns auf einem großen trockenen Felsen niederlassen und mit Blick auf die Landschaft picknicken.
Nachdem ich die Landschaft ausgiebig genossen hatte, war es Zeit, mich wieder in Richtung Binn aufzumachen. Für den Abstieg im Schnee habe ich versucht, das Problem mit Anmut und Eleganz anzugehen, indem ich versuchte, auf meinen Füßen zu „skifahren“, aber ich habe schnell gemerkt, dass meine legendäre Unkoordiniertheit das Unterfangen ziemlich riskant machen würde. Kurz gesagt, ich gab die Idee auf, den Ausflug trocken zu beenden, setzte mich einfach auf den Boden und ließ mich auf meinem Hintern bis zum Hockbode rutschen (der übrigens nie seinen Namen so gut getragen hat).

Ab Hockbode waren wir wieder auf «festem Boden» und der Abstieg nach Binn war nur noch eine kleine Sache. Obwohl der Weg an manchen Stellen ziemlich steil ist, ist er echt angenehm und stellt keine besonderen Schwierigkeiten dar.





In Binn angekommen, haben wir kurz beim Volg (einem kleinen Supermarkt in der Nähe) angehalten, um was zum Abendessen zu kaufen, und sind dann dem schönen Weg über die Binna zurück zum Campingplatz gefolgt.
Infos zur Wanderung zum Schaplersee:
- Start und Ziel: Campingplatz Giessen
- Entfernung: ungefähr 11 km
- Höhenunterschied: ungefähr 880 m
- Wanderzeit: Rechne mit etwa 3,5 bis 4 Stunden Wanderzeit. Wir haben für die ganze Runde etwa 5,5 Stunden gebraucht, inklusive Picknickpause am See und einem Stopp in Binn zum Einkaufen.
- Schwierigkeitsgrad: Mittel
Karte der Wanderung:
Wandern oder Trailrunning vom Binn zum Eggerhorn

Am dritten Tag waren wir uns nicht sicher, was wir machen sollten… Die Routen, die wir im Kopf hatten, waren echt anstrengend, aber Benoit wollte unbedingt wieder losziehen.
Als er beim Aufwachen vorschlug, „mal eben“ aufs Eggerhorn zu klettern, war mir klar, dass das nichts für mich war. 😉 Benoit ist zwar kein Extremtrailrunner, aber er hat echt eine super Ausdauer, die ich persönlich überhaupt nicht habe.
Sein Plan? Alleine die 1000 Höhenmeter zwischen dem Campingplatz und dem Eggerhorn hin und zurück zu laufen und um 10 Uhr zum Kaffee zurück zu sein. Was für ein Witz! Ich hab den Vorschlag freundlich abgelehnt und wollte stattdessen mit dem Hund am Fluss spazieren gehen, bis der Sportler zurückkommt.




Der Hund hatte übrigens das Programm nicht verstanden. Als Benoit um 6:30 Uhr aufstand, fing er an, mit dem Schwanz zu wedeln und wollte mit ihm aus dem Van raus. Kurz gesagt, Benoit nahm ihn mit auf seine Trail-Tour!
Es war bestimmt schon halb zehn, als ich meinen Kaffee austrank und die beiden Sportler zum Campingplatz zurückkamen. Benoit strahlte über das ganze Gesicht, während Winchy mit heraushängender Zunge und einem Blick, der mir zu sagen schien: „Du hättest mich warnen können!“, daherkam.
Der Hund hat sich flach auf den Bauch in den Transporter gelegt und sich zwei Stunden lang kaum bewegt, während Benoit mir die Fotos von ihrem morgendlichen „Spaziergang” gezeigt hat, der genau genommen zweieinhalb Stunden gedauert hat.




Wenn du im Gegensatz zu Benoit keine Lust zum Laufen hast, kannst du die Strecke auch einfach zu Fuß zurücklegen. Für den Hin- und Rückweg solltest du etwa 5 bis 6 Stunden einplanen. 😉
Infos zur Wanderung auf das Eggerhorn:
- Entfernung: 14,3 km
- Höhenunterschied: 1086 m (+ und -)
- Start und Ziel: Campingplatz Giessen
- Wanderzeit: Rechne mit etwa 5,5 Stunden zu Fuß.
Karte der Wanderung:
Der Campingplatz Giessen – ein wunderschöner, ruhiger Campingplatz in perfekter Lage
Für diesen Trip haben wir uns entschieden, Dahu auf dem Campingplatz zu parken, um in Ruhe die Umgebung zu erkunden (Wildcampen ist im Tal streng verboten). Als wir uns die Optionen angeschaut haben, war schnell klar, dass wir uns nicht lange den Kopf zerbrechen mussten: Es gibt nur einen einzigen Campingplatz im Tal. 😉
Also, ich denke, man kann sagen, dass der kleine Campingplatz in Giessen jetzt offiziell auf unserer Liste der Lieblingscampingplätze steht! Der Campingplatz liegt super zwischen Binn und Fäld, sodass man alles zu Fuß machen kann. Das große Plus? Die Stellplätze liegen verstreut zwischen den Bäumen am Flussufer, sodass man fast wie auf kleinen privaten Lichtungen steht (wir sind Lichtjahre entfernt von diesen großen Campingplätzen, auf denen alle wie an der Reihe geparkt sind). Man schläft zum Rauschen des Flusses ein und genießt vor allem den ganzen Tag die Sonne.

Die Sanitäranlagen sind super sauber und die Leute sind echt freundlich. Der einzige kleine Wermutstropfen ist vielleicht, dass man auf dem Campingplatz nichts kaufen kann, außer morgens zwischen 7:30 und 8:00 Uhr, wenn der Bäcker sein Brot vor Ort verkauft. Das ist an sich kein Problem, aber da wir das nicht wussten, waren wir nicht besonders gut vorbereitet (und natürlich war Sonntag und alle anderen Geschäfte geschlossen). 😉
Die zweite positive Überraschung war der Preis. Für die Schweiz fanden wir ihn echt fair. Für zwei Leute mit einem Van und einem Hund haben wir 52,3 CHF für zwei Nächte bezahlt (inklusive Kauf eines von der Gemeinde besteuerten Müllsacks). Wenn man bedenkt, dass man in Lauterbrunnen den gleichen Preis pro Nacht verlangt…
Wenn du hier übernachten willst, denk dran, dass der Campingplatz keine Reservierungen für Aufenthalte von weniger als einer Woche annimmt. Am besten kommst du in der Hochsaison nicht zu spät, damit du noch ein bisschen Auswahl bei den Stellplätzen hast. Der Campingplatz ist vom 1. Mai bis zum 15. Oktober geöffnet.
Wenn du lieber in einem Hotel oder B&B als auf einem Campingplatz übernachten möchtest, empfehlen wir dir, mal bei Booking vorbeizuschauen.
Mehr Wanderideen im Binntal und Umgebung
Als wir Mitte Juni hierherkamen, hatten wir gehofft, „ein bisschen mehr“ wandern zu können, aber das besonders kühle Jahr 2024 mit starken Schneefällen am Ende der Saison hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben uns entschieden, am ersten Tag die Wanderung zum Schaplersee zu machen, um zu sehen, wie weit wir ohne zu viel Schnee hochkommen würden… Nun ja… das Fazit war, dass der Schalpersee mit unserer Ausrüstung so ziemlich das Maximum war. 😉 Aber wenn du etwas später in der Saison oder einfach in einem Jahr mit weniger Schnee kommst, hier ein paar Vorschläge für weitere Routen in der Region.
Seenwanderung im Binntal

Benoit und ich hatten schon immer eine Schwäche für Bergseen, also haben wir uns natürlich aufgemacht, um auf Karten nach Seen zu suchen. Der Schaplersee war unser „Plan B“, aber eigentlich wollten wir eine Rundwanderung machen, um mehrere Seen zu sehen. Leider lag noch zu viel Schnee auf den Wegen, um zum Geisspfadsee, Mässersee und Züesee zu kommen. Aber wir dachten uns, wir zeigen euch trotzdem die Karte mit der Route, die wir eigentlich machen wollten. Die Strecke sieht echt super aus!
Karte der Seenwanderung:
Aufstieg zur Binntalhütte und zum Albrunpass
Eine andere Route, die wir uns angesehen hatten, war der Aufstieg zum Col de l’Albrun. Das ist die alte Römerstraße, und nach dem, was wir online gelesen haben, ist das Tal echt einen Abstecher wert! Diese Route zur Hütte ist ziemlich einfach und wenn man sie in zwei Tagen machen will (mit Übernachtung in der Hütte), ist sie auch total familienfreundlich. Wir wollten eigentlich eine Tageswanderung machen, aber wie zu erwarten war, lag noch zu viel Schnee, um diese Route sicher zu gehen (wir waren dafür überhaupt nicht ausgerüstet).


Für alle, die es interessiert, hier ist die Route, die wir uns vorgenommen hatten:
Hinweis: Man kann diese beiden Routen auch kombinieren und über zwei Tage machen. Startet in Fäld in Richtung Albrun-Pass, geht dann über die Grenze zum Lago di Devero und kommt über den Passo della Rossa zum Geisspfadsee zurück. Nehmt dann die Seeroute, um nach Binn oder Fäld zurückzukommen. Achtung, diese Route ist ziemlich anspruchsvoll und ist fast 27 km lang mit einem Höhenunterschied von fast 1900 m! Wir haben sie kurz in Betracht gezogen, aber wegen des Schnees war sie zu dieser Jahreszeit unmöglich. Hätten wir diese Route gemacht, hätten wir sie wahrscheinlich in zwei Tagen gemacht (entweder im Biwak oder mit einer Übernachtung in der Bintalhütte).
Wandern am Aletschgletscher
Zum Abschluss dieses Artikels müssen wir euch natürlich von der Panorama-Wanderung auf dem Aletschgletscher erzählen! Da er direkt gegenüber liegt, konnten wir während unseres gesamten Aufenthalts die Aussicht auf die Fiescheralp und die Ausläufer des Gletschers genießen. 😉 Wir hatten diese Wanderung schon mal gemacht, aber wenn du zum ersten Mal in der Region bist, empfehlen wir dir echt, den Besuch im Binntal mit einem Tag in der Aletsch Arena zu verbinden.






Alle Details zu dieser Wanderung findest du in unserem Artikel, den wir letztes Jahr geschrieben haben (und der jetzt aktualisiert wurde).
So, das war’s mit unserem kleinen Ausflug ins Binntal. Wir hoffen, der Artikel hat euch gefallen und gibt euch viele Ideen, um diese schöne Ecke des Wallis zu erkunden.
Wir sehen uns bald wieder mit neuen Wanderartikeln (die Saison hat gerade erst angefangen) 😉
Auf Pinterest pinnen








nimmt an der Diskussion teil