Ahhh, unsere kleine Schweiz, sie hört einfach nicht auf, uns zu überraschen und zu verzaubern! In den letzten Monaten haben wir viel in unserer Heimat, dem Wallis, rumgereist (#covidoblige), aber letzte Woche haben wir mal eine kleine Ausnahme gemacht.
Wir hatten einen Termin in Zürich und haben uns deshalb einen zusätzlichen Tag gegönnt, um einen kleinen Zwischenstopp am Vierwaldstättersee, genauer gesagt am Mont Rigi, einzulegen.
Der Berg Rigi – Vorstellung
Die Rigi gehört definitiv zu den Must-Sees der Schweiz! Und das sagen nicht nur wir, sondern auch die Statistiken: 850’000 Besucher pro Jahr! Der Grund? Ganz einfach: das unglaubliche Panorama auf den Vierwaldstättersee!

Okay… jetzt denkst du bestimmt: „Aber warum zum Teufel sollte man dort wandern wollen, wo jedes Jahr fast eine Million Menschen hinfahren (die meisten davon mit dem Zug)?“ Ich gebe zu, Menschenmassen sind auch nicht gerade unser Ding… Aber auf der Rigi gibt es ein ABER. Zwar bringen Züge und Seilbahnen die Besucher an mehrere Orte auf der Rigi, aber wie so oft sind es letztlich nur wenige, die mehr als ein paar hundert Meter zu Fuß zurücklegen.
Also nein, diese Wanderung ist wahrscheinlich nicht die „wildeste“, die du auf dem Blog findest, aber glaub uns, wir empfehlen sie dir trotzdem mit gutem Gewissen. Wenn du es schaffst, außerhalb der Ferien oder Wochenenden hierher zu kommen, ist das umso besser. 😉

Von Seebodenalp nach Rigi Staffel
Die Wanderung fing für uns am späten Vormittag auf dem Parkplatz von Seebodenalp an. Als wir aus dem Auto stiegen (ähm, eigentlich aus dem Van, wir sind noch nicht so daran gewöhnt 😉 ), waren wir in dichtem Nebel und hörten unsere Parkplatznachbarn zögern:
„Oh Mann, was für ein Pech, wir sind im Nebel… Wir sind zwei Stunden gefahren, um hierher zu kommen. Was machen wir jetzt? Warten wir im Auto oder versuchen wir es?“

Ach, für uns war das überhaupt keine Frage: Wir machen das!!! Die Wettervorhersage war klar: Stratuswolken am Morgen bis auf 1200–1300 m Höhe… Da der Parkplatz genau auf 1000 m Höhe liegt, haben wir uns keine großen Sorgen gemacht.
Ich will euch nicht verheimlichen, dass es schon ein bisschen mystisch ist, einfach so in den Nebel reinzufahren. Aber der Optimismus war da!
Nach ein paar hundert Metern merken wir schon, dass unser Bauchgefühl (okay, auch die Wettervorhersage) uns nicht getäuscht hat. Je höher wir in den Wald kommen, desto heller wird es, bis wir plötzlich über den Wolken sind.


Plötzlich sind wir unter blauem Himmel und werden von der Sonne geblendet! Ahhhhhh, was für ein Glück!
Vom Parkplatz bis zur Rigi Staffel sind es ungefähr 3,5 km und 600 Höhenmeter. Der Aufstieg ist ziemlich steil, aber ziemlich gleichmäßig und vor allem gibt’s unterwegs ein paar schöne erste Aussichtspunkte.


Von Rigi Staffel nach Rigi Kulm
In Rigi Staffel kommen wir direkt am kleinen Bahnhof und Restaurant an. Wir wollen ehrlich sein: Die vielen Leute sind schon ein kleiner Schock, wenn man aus dem Wald kommt! Aber hey, die Aussicht ist der Hammer, und genau dafür sind wir ja hier und nicht wegen dem Duft von Kalbswurst und Brot.



Von Rigi Staffel bis zum höchsten Gipfel der Rigi (Rigi Kulm) ist es noch gut ein Kilometer zu laufen und 200 Höhenmeter zu klettern. Auf diesem Teil der Wanderung haben wir definitiv die meisten Leute getroffen, aber es ist auch einer der schönsten Abschnitte. Das Ballett der sich kreuzenden Züge, der Nebel, der sich langsam lichtet, und der See, der sich offenbart… wow, einfach magisch!


Runter zum Rigi Klösterli

Vom Gipfel des Rigi Kulm aus sind wir weiter zum Osthang des Berges gegangen, genauer gesagt zum Rigi Klösterli. Für alle, die kein Deutsch sprechen: „Klösterli” ist ein Schweizerdeutsches Wort und bedeutet „kleines Kloster”. Heute ist Rigi Klösterli mit seinem Hotel und seinen Restaurants ein eigenständiges Touristenziel, aber früher lebten hier Kapuzinermönche.
Der Abstieg zum kleinen Bahnhof ist echt super angenehm. Man läuft hauptsächlich auf einem breiten Weg und hat immer eine wunderschöne Landschaft vor sich.




Wenn du nach weiteren Ideen für Wanderungen und Aktivitäten in der Schweiz suchst, solltest du dir unser neues E-Book nicht entgehen lassen. Dieser 75-seitige Reiseführer, der im Mai 2025 erschienen ist, enthält alle unsere besten Tipps und Tricks, um unser geliebtes kleines Land zu besuchen, ohne dabei dein Budget zu sprengen. Du findest darin Tipps zu Transport, Unterkünften und Einkaufsmöglichkeiten, aber auch eine Liste mit kostenlosen Aktivitäten und Veranstaltungen zu jeder Jahreszeit sowie unsere Lieblingsaussichtspunkte und Wanderungen. Am Ende des Reiseführers haben wir außerdem eine Auswahl an ungewöhnlichen Routen abseits der ausgetretenen Pfade (+ dazugehöriges Budget) zusammengestellt. Ein super umfassender Reiseführer mit einer tollen interaktiven Karte, auf der du über 500 Adressen und Tipps findest (und über 100 Wanderrouten im ganzen Land, jeweils mit einem Link zu einem ausführlichen Artikel und/oder der GPX-Route zum Herunterladen).

Mehr Infos zum E-Book und zur interaktiven Karte findest du in diesem Artikel.
Ankunft in Rigi First

Vom Bahnhof Rigi Klösterli geht’s den Weg entlang auf einem Pfad in Richtung Rigi First. Das war unser letzter kleiner Aufstieg auf der Wanderung, und ausnahmsweise hatte ich nichts dagegen. 😉 Anfang November wurde es langsam kühl, und am Nachmittag liegt dieser Teil der Wanderung im Schatten. Kurz gesagt, es gibt nichts Besseres als einen kleinen Aufstieg, um sich ein bisschen aufzuwärmen!
Als wir in Rigi First ankamen, war die Sonne wieder da, aber vor allem hatten wir wieder eine mega Aussicht! Von hier aus fühlt man sich, als würde man über dem Vierwaldstättersee schweben.

Der Panoramaweg zwischen Rigi First und Rigi Kaltbad
Der Panoramaweg, der Rigi Scheidegg mit Rigi Kulm verbindet, ist einer der beliebtesten in der Region. Wir sind ihn vor ein paar Jahren schon mal gegangen (unser Artikel dazu ist hier) und dieses Jahr haben wir einen Teil der Strecke wieder gemacht.

Man muss echt sagen, dieser flache Balkonweg ist einfach spektakulär. Es ist lustig, weil man an vielen kleinen Chalets und Ferienwohnungen vorbeikommt… Man fragt sich unweigerlich, wer wohl die Leute sind, die eine solche Aussicht genießen dürfen! Nun ja, dieser Ort ist nicht über die Straße erreichbar (nur mit dem Zug oder der Seilbahn), daher kann man sich gut vorstellen, dass es nicht der „praktischste” Ort ist, um dort dauerhaft zu leben… Aber hey, bei so einer Aussicht wäre man wohl bereit, ein paar Abstriche zu machen, denke ich (finanziell ist das natürlich eine andere Geschichte… aber hey, träumen darf man doch, oder? ) 😉
In Rigi Kaltbad haben wir den kleinen Supermarkt genutzt, um uns einen „Snack“ zu holen (ja, ja, wie damals, als wir 10 waren), und haben ihn in die Tasche gesteckt, um ihn mit Blick auf die Landschaft zu essen.
Der Aussichtspunkt Känzeli (Chänzeli)

Vom Zentrum von Rigi Kalbad aus geht’s noch ein paar hundert Meter den Berghang entlang, bis wir den Aussichtspunkt Känzeli erreichen. Dieser Ort ist kein Geheimtipp und bei Sonnenuntergang echt beliebt. Aber klar, man versteht gut, dass so ein Aussichtspunkt viele Leute anzieht (vor allem, weil er nur 15 Minuten zu Fuß von der Seilbahn- und Bahnhaltestelle entfernt ist).
Es muss um 16:15 Uhr gewesen sein, als wir ankamen. Das Licht wurde langsam schwächer und der Nebel kehrte langsam auf den See zurück. Völlig verzaubert von der Landschaft beschlossen wir, uns auf eine Bank zu setzen und zu warten, bis die Sonne hinter dem Pilatus verschwand (und unseren Snack zu essen 😉 ). Aber genug geredet, hier sind ein paar Fotos von diesem wunderschönen Spätnachmittag:



Zurück nach Seebodenalp
Am Aussichtspunkt von Känzeli zeigt ein Schild die Richtung nach Seebodenalp an, aber auch die Gehzeit… 1 Stunde und 20 Minuten! Da wir am Aussichtspunkt geblieben sind, um den Sonnenuntergang zu sehen, und es im November früh dunkel wird, sollten wir uns nicht zu viel Zeit lassen. 😉

Mit entschlossenem Schritt haben wir den Abstieg zum Almrestaurant Räb begonnen. Dieser Abschnitt ist stellenweise ziemlich steil und sollte besser bei guter Sicht zurückgelegt werden. Aus Zeitgründen haben wir unterwegs nicht viele Fotopausen gemacht, auch wenn uns einige Aussichtspunkte doch für einen Moment aufgehalten haben.


Als wir das zweite Restaurant in Ruodisegg erreicht hatten, wussten wir, dass wir den Abstieg hinter uns hatten. Die letzten 2 Kilometer bis zum Parkplatz waren nur noch eine Formalität: ein total flacher und breiter Weg. Als wir beim Auto ankamen, war es gerade dunkel geworden: perfektes Timing und ein perfekter Wandertag! 🙂

Berg Rigi – Praktische Infos
Zum Abschluss dieses Artikels findest du hier alle praktischen Infos, die du für diese Wanderung brauchst.

- Entfernung: ungefähr 16 km
- Höhenunterschied: 1000 m (+ und -)
- Schwierigkeitsgrad: Der Weg ist einfach und es gibt keine gefährlichen Stellen. Trotzdem ist es wegen der Länge und dem Höhenunterschied eine ganz gute Wanderung, die ein bisschen Sportlichkeit erfordert.
- Dauer: Schwer zu sagen, weil es so viele coole Aussichtspunkte gibt, dass man immer wieder Pausen machen muss. 😉 Nur zur Info: Wir haben 6,5 Stunden gebraucht, um die Runde zu machen, und uns dabei echt Zeit gelassen (Picknick, viele Fotopausen). Die reine Gehzeit beträgt etwa 4,5 Stunden.
- Wann sollte man die Wanderung machen? Am besten im April/Mai oder Oktober/November. Das Coole an der Rigi ist, dass sie nicht so hoch ist (im Vergleich zu den anderen Alpen). Der höchste Punkt der Wanderung liegt unter 1800 m, sodass man sie fast das ganze Jahr über machen kann (je nachdem, wie viel Schnee liegt).
- Anfahrt: Wir sind mit
demVan bis zum Parkplatz auf der Seebodenalp (Startpunkt auf der Karte) gefahren. Parken kostet was. Aber Achtung, die Zufahrtsstraße ist schmal und an Tagen mit viel los ist oft viel Verkehr und der Parkplatz voll… Komm lieber früh! Wenn du an einem Tag mit hohem Besucheraufkommen (im Sommer, am Wochenende oder an Feiertagen) kommen willst oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kannst du mit der Seilbahn von Küssnacht aus zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren. Fahrplan und Infos - Alternative: Vor ein paar Jahren haben wir euch eine andere Wanderung in der Gegend vorgeschlagen (kürzer, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Der Artikel: Rigi Scheidegg nach Rigi Kulm
- Karte: Unten findest du die Karte. Wenn du sie runterladen willst, um sie immer dabei zu haben, kannst du den Link unten nutzen. Um auf die über 30 Download-Formate zugreifen zu können, brauchst du nur ein AllTrails-Konto (kostenlos).
Karte der Panoramawanderung auf der Rigi:
Während diesem kleinen Ausflug waren wir mit Dahu (unserem Van) unterwegs. Wir haben also kein Hotel oder Apartment in der Gegend gesucht, obwohl es, wie du dir vorstellen kannst, in einem touristischen Ort wie diesem jede Menge Optionen gibt 😉 In der Umgebung gibt’s viele Apartments und Hotels.
Mit der Karte unten kannst du direkt vergleichen. Wähl einfach mit den Filtern die gewünschte Unterkunftsart und Preisspanne aus und schau dir dann mit dem Zoom einen bestimmten Bereich an.
Mit dem Van träumt man normalerweise davon, einen kleinen wilden Ort mit schöner Aussicht zu finden, um sich dort niederzulassen. Aber man muss realistisch bleiben, denn ein Van zu haben heißt nicht, dass man überall schlafen kann, ganz im Gegenteil! Außerdem gibt’s oft einen Zusammenhang zwischen der Beliebtheit eines Ortes und der Anzahl der Verbote für wildes Campen. 😉 Da wir nicht unbedingt mitten in der Nacht vertrieben werden wollten, haben wir uns für die Campingoption entschieden.
Wir haben einen echten Geheimtipp für euch in der Gegend! Der Campingplatz Buosingen in Goldau. Er ist wahrscheinlich nicht der „charmanteste” Campingplatz der Region (eigentlich ist er sehr einfach), aber dafür kostet die Übernachtung nur 18 CHF für 2 Personen und einen Van (dazu kamen noch 0,5 CHF für Strom), er ist sehr sauber und das ganze Jahr über geöffnet. Ich glaube, das ist der günstigste Campingplatz in der Schweiz, den wir gefunden haben! Wir haben dort zwei Nächte verbracht und es war super. Website des Campingplatzes
Hinweis: Die Links zu den Hotels sind Affiliate-Links. Wenn du eine Unterkunft in der Region suchst, empfehlen wir dir, unsere Links zu nutzen (das sind die Websites, die wir immer benutzen, wenn wir Unterkünfte buchen). Du zahlst keinen Aufpreis, aber wir bekommen eine kleine Provision.
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