Heute gibt’s einen neuen Artikel über Wanderungen in der Schweiz, und dieses Mal schauen wir uns eine Ecke des Wallis an, die wir noch nicht so gut kennen: das Oberwallis und vor allem das Saastal. Fast jeder kennt den berühmten Ferienort Saas Fee, aber das Tal hat noch viele andere Schätze zu bieten. Also sind wir mit unserem Van Dahu und Winchy (dem Hund) für zwei Tage nach Saas Grund gefahren, genauer gesagt nach Hohsaas!
Wir sind eigentlich hierhergekommen, um uns ein paar Objekte für das Coliving-Projekt anzuschauen. Wir hatten uns 1-2 Immobilien in der Gegend angesehen und da wir die Gegend nicht kannten, dachten wir uns, wir machen ein kleines Wochenende daraus, bevor wir uns eine Immobilie anschauen.
Kleiner Spoiler: Coliving wird es wohl nicht geben. 😉 Die Gegend ist echt schön, aber wir haben schnell gemerkt, dass die Preise für manche Immobilien nur deshalb so günstig sind, weil sie in einer Lawinenzone liegen. Als wir dann das Gelände/die Gegend gesehen haben, in der wir Häuser gefunden hatten, war uns klar, dass wir uns dort nicht wirklich niederlassen wollten… 😉
Aber eins ist klar: Auch wenn wir hier wahrscheinlich kein Coliving aufziehen werden, ist die Gegend echt einen Besuch wert! Da wir schon mal da waren, haben wir die Gelegenheit genutzt, um eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben und eine schöne Wanderung zu machen: eine Rundwanderung von Saas Grund zum Hohsaas und nach Saas Almagell.
Mit der Gondelbahn auf die Hohsaas fahren
Bevor wir mit der Wanderung loslegten, haben wir uns entschieden, noch einen kleinen „Umweg“ zu machen. Ehrlich gesagt war das eigentlich nicht geplant. Wir hatten unsere Route schnell geplant und gesehen, dass wir von der Haltestelle Kreuzboden aus starten würden.
Als wir in Kreuzboden ankamen, stiegen wir aus der Gondel und wollten loslaufen … da fragten wir uns plötzlich, ob wir mit unserer Saaskarte bis zum Gipfel des Hohsaas fahren dürfen. Nach einer kurzen Überprüfung stellten wir fest, dass das tatsächlich möglich war! Und hey, es kommt ja nicht jeden Tag vor, dass man ohne Anstrengung auf über 3000 m Höhe kommt. 😉


Wenn du zum Wandern kommst und die Saaskarte hast, empfehlen wir dir echt, 30 bis 45 Minuten extra einzuplanen, um die Aussicht von oben zu genießen! (Hinweis: Ohne Karte kostet dieser zweite Teil der Strecke extra.)
Oben angekommen, bist du in einer Welt aus Stein, die fast wie auf dem Mond aussieht! Es ist echt wunderschön! Als wir da waren, war es leider etwas bewölkt und wir konnten den Gipfel des Weismies über uns (immerhin 4023 m) nur erahnen, aber dafür hatten wir schon einen super Blick auf den Triftgletscher und das Mischabelmassiv auf der anderen Talseite.



Oh, und noch was ganz anderes… Es war Winchys erste Fahrt in einer Gondelbahn. Auf der Hinfahrt war er noch ziemlich skeptisch, aber am Ende hat er sich daran gewöhnt. Bei der Abfahrt vom Hohsaas war er total glücklich, in die Gondel zu steigen, und hat sich sogar für ein kurzes Nickerchen hingelegt. 😉

Start der Wanderung in Kreuzboden (Mittelstation Hohsaas): Der Höhenweg zum Triftgrätji
Es ist echt cool, die Aussicht auf die Gletscher in über 3000 m Höhe zu genießen, aber wir sind auch hierhergekommen, um zu wandern! Also, als wir wieder in Kreuzboden waren, machten wir uns auf den Weg nach Saas Almagell. Wir wollten eine ziemlich klassische Route in der Region nehmen: den Höhenweg. Und, sagen wir mal so, der Name passt echt gut (für alle, die kein Deutsch sprechen: Höhenweg heißt Weg auf einem Bergrücken oder Weg in großer Höhe).


Der Start ist direkt hinter der Seilbahn und man fängt damit an, einen kleinen Bach zu überqueren, um zur Alpenblumenpromenade zu kommen. Diese markierte Route führt direkt zurück nach Saas Grund. Wenn dich diese Route interessiert, findest du sie auf der Website Outdooractive hier.
Nach nur 2 km Fußmarsch kommt man zum „offiziellen Aussichtspunkt” Triftgrätji. Wenn du dir die Karte weiter unten in diesem Artikel ansiehst, wirst du feststellen, dass es auf der Strecke einen kleinen Gipfel gibt. Von hier aus hat man sozusagen den besten Panoramablick… Aber mal ehrlich, die Aussicht ist einfach super auf dem ganzen oberen Teil unserer heutigen Route. 😉
Aber hier sind trotzdem ein paar Fotos vom Aussichtspunkt.


Von hier aus hat man einen echt krassen Blick auf Saas Grund und Saas Fee! Im Hintergrund stehen ein paar echte Giganten vor uns: das Allalinhorn (4027 m), der Alphubel (4206 m) und der Dom (4545 m).

Oh! Und noch was ganz anderes… Haltet auf dieser Wanderung die Augen offen! Wir sind unterwegs vielen Walliser Schwarzhalsziegen begegnet. Diese Ziegen werden auch Gletscherziegen genannt. Aber egal, wie sie heißen, ich finde sie einfach total lustig anzusehen! Was ist das Besondere an ihnen? Sie haben langes Fell und sind vor allem zweifarbig: Der vordere Teil ist schwarz, während ihr Hinterteil ganz weiß ist. In Freiburg sind sie Spezialisten für das Fondue «moitié-moitié», im Wallis haben wir die «moitié-moitié»-Ziegen. 🙂
Vom Triftgrätji zur Alm von Almagell
Vom Triftgrätji geht’s weiter am Berghang entlang, immer mit einem atemberaubenden Blick auf diese Riesen! Man kommt ziemlich schnell zu einer Kreuzung, wo der Alpenblumenweg nach rechts abzweigt. Man könnte also hier runter nach Saas Grund gehen, aber wenn man wie wir weiter die Panoramaaussicht genießen will, dann einfach geradeaus weitergehen! 🙂
Man geht auf einem breiten und sicheren Weg zwischen Steinschlag- und Lawinenverbauungen entlang. Wenn man die Topografie des Geländes sieht, kann man sich gut vorstellen, dass die darunter liegenden Dörfer gefährdet sind…


Als wir vorbeikamen, waren übrigens mehrere Arbeiter dabei, neue Strukturen anzubringen… Unnötig zu sagen, dass die Baustelle ziemlich kompliziert aussah!

Auf dem Weg gibt’s übrigens ein paar Schilder, die unserer Meinung nach nicht gerade beruhigend sind. Die Gemeinde hat sich wohl entschieden, die Wanderer mit Humor zu warnen… Eine etwas fragwürdige Entscheidung, aber gut, zumindest hat es uns dazu gebracht, auf verdächtige Geräusche zu achten und vor allem nicht zu lange auf dem Weg zu verweilen (ich nehme an, das ist das Ziel). 😉
Sobald man die Geröllzone hinter sich gelassen hat, wird der Hang etwas flacher und man beginnt die «Kurve» in Richtung Almageller Alp. Wir wandern immer noch unterhalb des Weismies, aber nun kommt das Almagellerhorn in Sicht.


Bei Kilometer 5 kommst du an eine Kreuzung. Von hier aus kannst du die Alm sehen, die dich im Tal erwartet, aber vor allem startest du den eigentlichen Abstieg. Denn bis zu diesem Punkt hast du zwar schon 5 km zurückgelegt, aber nur 200 Höhenmeter… Die restlichen 900 liegen noch vor dir.
Auf der Höhe der Almagelleralp kehrt man um und geht diesmal das Tal hinunter. Man kann übrigens, wenn man will, kurz vor der Alm ein paar hundert Meter abkürzen.


Wenn du Zeit hast, empfehlen wir dir, auf der Terrasse ein Gläschen oder einen Snack zu genießen. Leider war unser Zeitplan zu knapp bemessen (wir haben die Wanderung am Nachmittag begonnen und waren bereits um 18 Uhr hier angekommen). Oh, und natürlich kannst du auch hier übernachten, wenn du Lust hast. Wir haben das Innere nicht gesehen, aber das Almhotel hat sowohl Privatzimmer als auch Schlafsäle. Wenn du Interesse hast, findest du mehr Infos auf ihrer Website.
Zurück nach Saas Grund über Saas Almagell
Von der Alm Almagell aus sind wir auf einem schönen Weg entlang eines Baches in Richtung Wald oberhalb von Saas Almagell gewandert. Auf diesem Abschnitt gibt’s den größten Höhenunterschied (ca. 600 m), aber der Weg ist echt gut zu gehen; er ist ziemlich breit und dank der großen Serpentinen im Wald verliert man schnell an Höhe, ohne dass es für die Knie zu anstrengend wird.




In Saas Almagell angekommen, entschieden wir uns für den Rückweg nach Saas Grund entlang der Saaser Vispa, dem Fluss, der durch das ganze Tal fließt und dann bei Visp in die Rhone mündet. Auf dem ersten Teil der Strecke folgten wir der Talstraße, dann kamen wir auf einen breiten Weg am Flussufer. Dieser Abschnitt der Wanderung war nur noch eine kleine Formalität, wenn auch landschaftlich nicht besonders spannend. Nein, eigentlich ist es nicht hässlich… die Farbe des Wassers, das aus den Gletschern kommt, ist schön und man ist umgeben von Bäumen… aber sagen wir mal so: Nach den atemberaubenden Ausblicken des Tages ist dieses Ende der Wanderung nicht ganz so spektakulär. 😉
Danach hätten wir natürlich auch einfach den Bus nehmen können, um den Ausflug zu beenden, aber hey… wir waren ja schließlich zum Wandern da! 😉
Karte und Infos für die Wanderung
Hier ist die Karte der Route, die wir genommen haben:
Infos zur Wanderung von Saas Grund:
- Entfernung: 14,6 km
- Höhenunterschied: 240 m + und 1100 m –
- Dauer: Wir haben ungefähr 4 Stunden gebraucht.
- Schwierigkeitsgrad: leicht – Die Route ist nicht besonders schwierig.
Öffentliche Verkehrsmittel und Seilbahnen von Hohsaas:
Man kann die Wanderung um 4 km kürzen, indem man den Bus zwischen Saas Almagell und Saas Grund nimmt (2 Busse pro Stunde, kostenlos mit der Saaskarte).

Um die Wanderung zu starten, musst du mit der Gondelbahn bis Kreuzboden fahren. Wenn du Zeit hast, empfehlen wir dir, bis nach Hohsaas hochzufahren, um das Panorama zu genießen, und dann wieder nach Kreuzboden runterzufahren, um die Wanderung zu beginnen. Das Seilbahnticket kostet 48 CHF zum Halbtaxpreis für die Hin- und Rückfahrt nach Hohsaas (siehe alle Tarife), ist aber kostenlos, wenn du im Tal übernachtest und die Saaskarte hast (mehr Infos unten). Die Seilbahn fährt täglich von Anfang Juni bis Mitte Oktober. Die Fahrzeiten variieren je nach Zeitraum, am besten checkst du die Fahrpläne, bevor du losfährst.
Wenn du gerade eine Reise in die Schweiz planst, solltest du dir unser neues E-Book nicht entgehen lassen. Dieser 75-seitige Reiseführer, der im Mai 2025 erschienen ist, hilft dir dabei, deinen nächsten Aufenthalt in der Schweiz optimal vorzubereiten. Wir haben darin alle unsere besten Tipps und Tricks zusammengestellt, damit du unser kleines Land besuchen kannst, ohne dein Budget zu sprengen. Du findest darin Tipps zu Transport, Unterkünften und Einkaufsmöglichkeiten, aber auch eine Liste mit kostenlosen Aktivitäten und Veranstaltungen zu jeder Jahreszeit sowie unsere Lieblingsaussichtspunkte und Wanderungen. Am Ende des Reiseführers haben wir außerdem eine Auswahl an ungewöhnlichen Routen abseits der ausgetretenen Pfade (+ dazugehöriges Budget) zusammengestellt. Ein super umfassender Reiseführer mit einer tollen interaktiven Karte, auf der du über 500 Adressen und Geheimtipps findest.

Mehr Infos zum E-Book und zur interaktiven Karte findest du in diesem Artikel.
Übernachten in Saas Grund und Zugang zur Saaskarte
Wie du oben gesehen hast, sind die Preise für die Skilifte ziemlich hoch (für die Schweiz normal, aber sagen wir mal, es ist teuer). Kurz gesagt, ein „guter Tipp” ist es, im Skigebiet zu übernachten. Warum? Ganz einfach, weil die Region die „Saaskarte” eingeführt hat, um Übernachtungsaufenthalte zu fördern. Das Konzept? Für jede Übernachtung im Tal (in einem Hotel, B&B oder auf einem Campingplatz) kriegt der Reisende automatisch die Saaskarte für die Dauer seines Aufenthalts. Mit dieser Karte kann man kostenlos öffentliche Verkehrsmittel und die meisten Skilifte (alle außer der Alpinbahn) nutzen und bekommt viele Rabatte für Besichtigungen und Aktivitäten. Hier findest du eine Liste mit allem, was inbegriffen ist.

Wenn wir nur die Seilbahn nehmen, kostet uns die Fahrt 48 CHF für zwei Leute (wir haben ja den Halbtax-Tarif… also würde es mit dem Volltarif 96 CHF kosten). Das heißt, dass sich die Übernachtung vor Ort echt schnell rechnet.
Hey, die Saaskarte geht nur im Sommer und Herbst (im Winter klappt’s nicht 😉 ).
Campingplätze in Saas Grund

Wie wir am Anfang des Artikels schon gesagt haben, sind wir mit unserem Van „Le Dahu” gekommen, um die Gegend zu erkunden. 😉 Wildcampen ist im Saastal streng verboten. Und da wir die Saaskarte haben wollten, haben wir uns entschieden, im Tal zu übernachten (wir hätten auch außerhalb der Gemeinde übernachten können, wenn wir wild campen wollten).
Hier gibt’s echt jede Menge Auswahl! Für Vans und Wohnmobile gibt’s im Saastal zwei Möglichkeiten:
- Der Parkplatz P4 in Saas Fee: ein Betonparkplatz am Ortseingang. Preis: 25 CHF/Nacht (Strom und Kurtaxe extra)
- Geh auf einen der drei Campingplätze in Saas Grund. Die Preise sind ähnlich und liegen ziemlich nah beieinander. Rechne mit 27 CHF pro Nacht (Strom, Hund, Bearbeitungsgebühr und Kurtaxe extra).

Wir haben uns für den Kappellenweg entschieden (wir haben einfach drauf los gewählt, als wir ankamen, wir hatten nichts reserviert) und nun ja… er hat immerhin den Vorteil, dass es ihn gibt. Aber wir müssen zugeben, dass wir es SEHR teuer fanden, uns auf einer großen Wiese ohne Abgrenzungen zwischen den Stellplätzen niederzulassen. Im Grunde genommen ist es eine flache Wiese, auf der sich alle drängen… Die Kurtaxe beträgt 7 CHF pro Person, die Übernachtung hat uns also 49 CHF für 2 Personen und einen Hund (ohne Strom) gekostet. Das tut weh!
Wenn du wie wir vorhast, die Skilifte zu nutzen, ist dieser Preis echt ein Schnäppchen, weil eine Nacht auf dem Campingplatz genauso viel kostet wie zwei Tickets für die Seilbahn nach Hohsaas… Aber wenn du einfach nur einen Campingplatz suchst, um ein paar Tage zu entspannen, solltest du lieber woanders suchen.
Wenn du für deinen Urlaub einen Van mieten willst, empfehlen wir dir, mal bei Yescapa vorbeizuschauen – das ist eine Plattform für die Vermietung zwischen Privatpersonen – oder bei Blacksheep Van oder Indiecamper, wenn du lieber bei einem Profi mieten möchtest. Die Mietpreise hängen natürlich vom Fahrzeug und der Jahreszeit ab, aber in der Schweiz musst du mit 100 bis 160 CHF pro Miettag rechnen.
Hotels in Saas Fee, Saas Grund
Wir haben keine Hotels in der Gegend getestet, aber nach einer kurzen Suche auf Booking haben wir mehrere Unterkünfte gefunden, die nicht allzu teuer sind. Kurz gesagt, wenn Camping nicht so dein Ding ist, solltest du ziemlich leicht eine Unterkunft finden.
Hey, keine Überraschung, die Unterkünfte sind in Saas Grund oder Saas Almagell meistens viel günstiger als in Saas Fee. Wir haben gesehen, dass es ein B&B (das Haus Granit) gibt, das Übernachtungen für zwei Personen ab 69 CHF anbietet. Es sieht zwar einfach aus, aber wenn man zum Wandern kommt und die Skilifte nutzen will, um die 4000er zu bewundern, reicht es völlig aus. 😉
Das war’s für heute! Wir hoffen, dass euch dieser Artikel ein paar Ideen für Ausflüge in dieser schönen Ecke der Schweiz gibt! Wenn ihr noch andere Lieblingswanderungen in der Region habt, schreibt uns doch einen Kommentar, damit wir Ideen für das nächste Mal sammeln können. 😉
Bis bald!
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