Kennst du schon unsere Leidenschaft für Bierwanderungen? (Falls nicht, schau doch mal in unsere Bücher „Bierwanderungen in Frankreich“ und „Bierwanderungen in der Bretagne“ rein). 😉
Nun gut, dieses Mal bleiben wir dem Bier mal kurz untreu und schlagen dir eine schöne Wanderroute im Walliser Dorf Salgesch (oder Salquenen auf Französisch) vor, das als Walliser Pinot-Hauptstadt bekannt und anerkannt ist. Wenn du Spaziergänge zwischen den Rebstöcken, gut gefüllte Gläser und charmante Entdeckungen magst, bist du hier genau richtig!
Salgesch – Salgesch: Vorstellung

Salgesch, oder Salquenen auf Französisch, ist ein Dorf, dem der Wein seit Jahrhunderten im Blut liegt. Übrigens, nur so als kleine Anekdote: Der französische Name lautet zwar Salquenen, aber man hört viel häufiger den Namen Salgesch. Tatsächlich ist es im Wallis (einem zweisprachigen Kanton, wie wir uns erinnern) ziemlich üblich, dass deutsche Namen auch im Französischen verwendet werden.
Seit der Nachkriegszeit hat sich Salgesch nach und nach von seiner traditionellen landwirtschaftlichen Prägung zu einem echten Winzerdorf gewandelt – und zwar ganz besonders zu einem Dorf, das Rotwein produziert! Heute erstrecken sich rund um das Dorf etwas mehr als 200 Hektar Rebfläche, die von etwa vierzig Weingütern und Winzerbetrieben bewirtschaftet werden. Der Lebensrhythmus der Einwohner folgt dem der Reben, im Wechsel der Jahreszeiten, zwischen Rebschnitt, Weinlese und Verkostungen im Weinkeller.


Das Dorf selbst ist wirklich sehr niedlich! Es ist nicht besonders groß, man hat es relativ schnell durch, aber es lohnt sich, ein bisschen dort zu verweilen und die paar sehr schönen Häuser zu bewundern. Die Architektur von Salgesch spiegelt seine Geschichte wider: die eines Walliser Dorfes, das sich zunächst der Landwirtschaft und später dem Weinbau zuwandte, und man findet dort typische Häuser, die sowohl aus Stein als auch aus Holz gebaut sind.
Am Ende des Artikels findest du außerdem eine Karte mit allen Weingütern in Salgesch, damit du deinen Besuch optimal planen kannst (es lohnt sich, Tage anzustreben, an denen Verkostungen angeboten werden, wenn du die Weine der Region probieren möchtest). 😉
Der Pinot Noir aus Salgesch

Okay, wir wollen dir nichts vormachen … wenn wir Salgesch vom Namen her kannten, dann nicht wegen seiner Architektur, sondern wegen seines Pinot! Aber Achtung, viele Weingüter produzieren auch andere hervorragende Rebsorten, doch es stimmt, dass der Pinot Noir der Wein ist, der dieses kleine Dorf in der ganzen Schweiz berühmt gemacht hat, und diese Rebsorte macht fast 70 % der Produktion der 203 Hektar Rebfläche der Gemeinde aus.
Die Böden rund um Salgesch sind von Natur aus sehr kalk- und magnesiumreich, was sie zu einem idealen Standort für den Anbau dieser historischen Rebsorte aus dem Burgund macht. Natürlich gibt es in den Weinkellern von Salgesch auch andere Spezialitäten, die zu 100 % aus dem Wallis stammen, aber wenn du in die Region kommst, wäre es doch schade, wieder abzureisen, ohne diesen Wein probiert zu haben. 😉
Wandern durch die Weinberge

Die Weinberge sind schon seit langem ein Wandergebiet, das uns besonders am Herzen liegt. Auch wenn wir es nach wie vor lieben, in den Bergen unterwegs zu sein … aber wenn wir mal die Gipfel links liegen lassen, findest du uns oft mitten zwischen den Rebstöcken beim Wandern. Übrigens, falls du nach weiteren Ideen für Wanderungen in den Weinbergen suchst, haben wir auf dem Blog jede Menge davon auf Lager:
- Wanderung im Lavaux: verschiedene Routen, um dieses zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Weinanbaugebiet zu entdecken
- Die Suone von Clavau (Sion)
- Die Suone von Sillonin
Unsere kleine Herbstwanderung in Salgesch
Unser kleiner Spaziergang heute begann im Zentrum von Salgesch. Nachdem wir das Weinmuseum erreicht hatten, machten wir uns auf den Weg zu dem imposanten Tor, das den Eingang zum Weingut „Enfer“ markiert (keine Sorge, das ist nur der Name eines Weinguts … nicht die Hölle im eigentlichen Sinne. Wenn du meine bescheidene Meinung hören willst, ist es eher das Paradies). Kurz gesagt: Wir haben das Dorfzentrum gerade mal zwei Minuten hinter uns gelassen und stehen schon mitten in den Weinbergen!

Von dort aus sind wir zur Raspille gewandert. Ein kleiner Bach, der die sprachliche Grenze zwischen dem deutschsprachigen Oberwallis und dem französischsprachigen Zentralwallis markiert. Auf der Seite der Raspille-Schlucht entdeckt man eine etwas wildere Landschaft mit beeindruckenden Felsformationen, die im Laufe der Jahrhunderte durch Erosion geformt wurden. Es ist lustig, denn das hat uns ein bisschen an Kappadokien erinnert (allerdings im ganz kleinen Maßstab, das muss man dazu sagen). Ich gebe zu, wir waren von diesen Landschaften wirklich überrascht!
Von La Raspille aus ging es kurz bergauf, um auf die Bisse des Marais zu gelangen. Früher dienten diese Kanäle dazu, die Weinberge und Felder in den trockeneren Gebieten des Wallis zu bewässern. Heute ist die Bisse des Marais vor allem ein ruhiger Spazierweg, der sich zwischen Weinbergen, Wäldern und Feuchtgebieten hindurchschlängelt. Und wie so oft bei den Bisses hat dieser Abschnitt den Vorteil, dass er vollkommen flach ist, haha.





Aber die Ebene ist relativ kurz. Auf Höhe der Schlucht (und der kleinen Brücke) stößt man auf den Weg Nr. 36 (ein 74 km langer, markierter Wanderweg durch die Walliser Weinberge. Weitere Details zu dieser Route findest du hier). Wenn man dieser Route folgt, gelangt man zum Bewässerungskanal von Mengis. Der Kanal von Mengis ist weniger bekannt als die traditionellen Suonen, folgt einem moderneren Verlauf, dient aber dem gleichen Zweck (im Grunde diente er zur Bewässerung der Weinberge).
Ein Stück weiter haben wir beschlossen, wieder hinunter nach Salgesch zu gehen und dort ein gutes Glas Pinot zu genießen. Du solltest aber wissen, dass man die Wanderung durchaus verlängern kann, indem man noch etwas länger in den Weinbergen bleibt.

Praktische Infos zur Wanderung ab Salgesch
Unsere Wanderung begann (und endete) im Dorf Salgesch (Salquenen). Insgesamt ist die Rundwanderung 7,3 km lang und hat einen Höhenunterschied von etwa 300 m. Für die Wanderzeit solltest du etwa 2 Stunden einplanen.
Was die Herbstfarben angeht: Wir haben diese Wanderung Ende Oktober gemacht. Das kann aber von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Wenn du von weiter her kommst, kannst du dir auf der Herbstfarbenkarte von Schweiz Tourismus einen Überblick verschaffen. Die Karte ist mit Webcams verknüpft, sodass du sehen kannst, wie es dort aussieht. 😉

Unten findest du die vollständige Karte unserer Route (in Rot). Gelb markiert ist der Weinwanderweg, der Salgesch mit Sierre verbindet (mit über 80 Informationstafeln). Es könnte schön sein, beides zu kombinieren, wenn du Zeit hast, und dir die Museen anzuschauen.
Besuch im Weinmuseum in Salgesch

Mitten im Dorf bietet das Weinmuseum von Salgesch eine beeindruckende Dauerausstellung in einem renovierten alten Winzerhaus. In dreizehn liebevoll gestalteten Räumen zeichnet das Museum den Weg der Traube bis ins Glas nach – Terroirs, Weinlese, Kellertechniken, Verkostungsrituale – auf spielerische, interaktive Weise und für alle zugänglich, ob groß oder klein. Der Eintritt ins Museum kostet 10 CHF und berechtigt auch zum Besuch der Sonderausstellung in Sierre (mehr dazu gleich weiter unten). Das Museum ist von Anfang März bis Ende November mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Während in Salgesch die Dauerausstellung zu sehen ist, beherbergt Sierre eine Wechselausstellung desselben Museums. Im Jahr 2025 dreht sich die Ausstellung um das Thema Wallis und insbesondere um den Walliser Wein. Das Weinmuseum vergleicht das Wallis auf unterhaltsame Weise mit anderen Weinregionen der Welt. Wusstest du übrigens, dass das Wallis zwar der grösste Weinbaukanton der Schweiz ist, weltweit aber nur ein Tropfen Wein in einem Meer von Weinbergen darstellt: Es bedeckt nur 0,06 % der weltweiten Rebflächen und macht nur 0,15 % der weltweiten Weinproduktion aus.


Um diese beiden Orte zu verbinden, kannst du natürlich den Zug nehmen, aber du kannst dich auch für den Weinwanderweg Sierre–Salgesch entscheiden. Er ist etwa 6 km lang, schlängelt sich durch die Weinberge und verfügt über fast 80 Informationstafeln zur Weinproduktion. Eine originelle Art zu wandern und eine Route, die sich perfekt mit der oben beschriebenen kombinieren lässt. Am Ende der Wanderung kannst du mit dem Zug (2 Züge pro Stunde, 3 Minuten Fahrtzeit) zu deinem Ausgangspunkt zurückkehren. Die Route findest du auf der Karte oben (gelb markiert). NB: Wenn du dieser Route folgst, überquerst du offiziell die Walliser Sprachgrenze. 😉 Denn während Sierre noch als überwiegend französischsprachig gilt, liegt Salgesch zu 100 % im deutschsprachigen Teil unseres Kantons.
Das Weinsensorium
Das im Innenhof von Salgesch gelegene Weinsensorium ist ein origineller Ort, an dem man mit allen fünf Sinnen mehr über Wein erfahren kann. Leider konnten wir den Ort nicht besichtigen (er war bei unserem Besuch geschlossen), aber wir werden auf jeden Fall versuchen, beim nächsten Mal vorbeizuschauen! In diesem kostenlos zugänglichen Raum kann man den Wein anfassen, riechen, betrachten, probieren und sogar hören. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 17:00 Uhr.
Wo kann man den Pinot aus Salgesch probieren? Liste der Weingüter

Wenn du am Ende deiner Wanderung Lust auf ein Glas Wein hast, gibt es im Dorf mehrere Möglichkeiten. Da wir an einem Sonntag dort waren (wie genial von uns!), hatten die meisten Weinkeller geschlossen, und wir landeten schließlich auf der Terrasse des Hotels Arkanum. Aber ich muss zugeben, dass es sehr schön war, sie haben mehrere Weine aus Salgesch auf der Karte. 😉 Apropos Unterkunft: Wenn du etwas in Salgesch suchst, gibt es das Hotel Arkanum, aber auch mehrere B&Bs direkt bei den Winzern. Eine wirklich originelle und nette Option. Sieh dir die Unterkünfte auf Booking an.
Wenn du danach eine Weinprobe machen möchtest, empfehlen wir dir auf jeden Fall, den einen oder anderen Weinkeller (oder sogar mehrere 😉 ) zu besuchen. Folgende Weinkeller haben einen für die Öffentlichkeit zugänglichen Verkostungsbereich (ohne Voranmeldung):
- Cave du Rhodan (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13:30 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 15 Uhr)
- Die Weinkellerei Gregor Kuonen (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13:30 bis 17:30 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr)
- Fernand Cina (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13:30 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr)
- Adrian Mathier Nouveau Salgesch (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17.30 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr)
Bei den anderen Weingütern sind Verkostungen in der Regel ebenfalls möglich, du solltest sie jedoch vorher kontaktieren, um einen Termin zu vereinbaren. Oft sind die Verkostungen kostenlos, wenn du anschließend Wein kaufst, oder kosten zwischen 10 CHF und 20 CHF (kann je nach Weingut und Anzahl der angebotenen Weine variieren).
Unten findest du eine Karte mit den wichtigsten Weingütern; zu jedem gibt es einen Link zur Website des Weinguts, wo du weitere Infos findest. Zögere nicht, uns einen Kommentar zu hinterlassen, wenn du Änderungen vorschlagen möchtest.
So, das war’s auch schon mit diesem schönen Spaziergang durch die Weinberge von Salgesch. Wir hoffen, der Artikel hat dir gefallen, und freuen uns schon darauf, dich bald wieder mit neuen Beiträgen aus dem Wallis und anderen Gegenden zu begrüßen. 😉
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