Nach einem Abstecher nach Nordeuropa geht es diesen Winter Richtung Südosten! Na ja, eins sag ich euch gleich: Wenn ihr Wärme sucht, seid ihr hier falsch. Wir hatten sogar einen Schneesturm, das sagt schon alles! Also haben wir die Launen des Wetters genutzt, um die verschiedenen Museen und Moscheen der Stadt etwas besser kennenzulernen und ein paar türkische Spezialitäten wie Lokum und Baklava zu probieren – das Ganze natürlich begleitet von einem guten kleinen Kaffee (türkisch, versteht sich). In diesem Artikel nehmen wir euch mit auf einen Streifzug durch das winterliche Istanbul! Holt die Daunenjacken raus und folgt den Reiseführern ;).

Wir haben diese Reise 2015 unternommen, aber der Artikel wurde im August 2026 komplett überarbeitet und aktualisiert. Seit 2015 hat sich die türkische Lira stark verändert … Der Wechselkurs lag damals bei etwa 1 Euro = 2,75 TL. Heute liegt er eher bei 1 Euro = 55 TL. Daher sind die meisten in diesem Artikel angegebenen Preise nicht mehr gültig. Wir haben versucht, sie zu aktualisieren, aber je nach Entwicklung der türkischen Währung können sich die Preise noch ändern.
Karte von Istanbul
Aber bevor wir loslegen, hier eine kleine Karte von Istanbul und seinen Stadtteilen, damit du dich besser zurechtfindest!

Was kann man im Winter in Istanbul unternehmen?
Wir haben uns hauptsächlich in der Altstadt von Istanbul (im Stadtteil Sultanahmet), im Antiquitätenviertel (Çukurcuma) jenseits der Galata-Brücke und auf der asiatischen Seite der Stadt, die wir mit der Fähre erreicht haben, aufgehalten.
An einer kostenlosen Führung teilnehmen
In Istanbul und wie in vielen anderen Städten weltweit kann man an einer kostenlosen Stadtführung teilnehmen. Diese Touren finden zu Fuß statt und die Teilnahme ist kostenlos. Tatsächlich funktioniert das Ganze auf Trinkgeldbasis, und du entscheidest selbst, wie viel du am Ende der Tour gibst – je nachdem, ob es dir gefallen hat oder nicht. Wir machen sehr regelmäßig Free Tours in den Städten, die wir besuchen, um einen guten ersten Eindruck zu bekommen!

Die Blaue Moschee besichtigen
Die Blaue Moschee (mit vollem Namen Sultanahmet Camii) ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Moscheen der Welt! Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurde im 17. Jahrhundert unter Sultan Ahmed I. erbaut.
Die Fotos von ihr bei Sonnenuntergang sind weltberühmt. Eigentlich hätten wir euch gerne ein paar Bilder am späten Nachmittag gemacht, aber die Sonne hat während unseres Aufenthalts leider ein bisschen Verstecken mit uns gespielt… (Und sie hat gewonnen – wir haben den Kerl fast gar nicht gesehen!) Trotzdem haben wir sie in den Wolken, im Nebel, mitten in der Nacht und sogar mitten in einem Schneesturm gesehen! Das ist vielleicht nicht ganz so fotogen, aber es war trotzdem echt cool!
Sobald man drinnen ist, sind die Launen des Wetters schnell vergessen. Denn ja, der Eintritt in die Blaue Moschee ist kostenlos! Die einzigen Regeln, die man beachten muss, sind, dass man während der Gebetszeiten nicht hineingeht und dass Frauen ihren Kopf mit einem Kopftuch bedecken müssen. Und glaub mir, es wäre wirklich schade, sich das entgehen zu lassen, so unglaublich ist ihre osmanische Architektur. Überzeug dich selbst ;).
Was die Sultanahmet-Moschee sonst noch so besonders macht, sind die Gebetsrufe! Über 100 Lautsprecher übertragen die Gesänge des Muezzins zur Gebetszeit durch das Viertel – und glaub uns, bei einer Lautstärke von über 100 Dezibel kann man sie unmöglich überhören!





- Die Blaue Moschee liegt in der Altstadt von Istanbul.
- Sie ist täglich von 8:30 bis 19:00 Uhr geöffnet. Tipp: Komm früh, um den Andrang zu vermeiden!
- Der Eintritt ist kostenlos!
- Für Frauen: Wir leihen euch kostenlos Kleidung und Kopftücher aus, damit ihr euch entsprechend der muslimischen Kultur bedecken könnt.
- Einmal täglich gibt es eine kostenlose Führung.
Wenn du noch mehr erleben möchtest, empfehlen wir dir diese Stadtführung, bei der du die drei größten Sakralbauten Istanbuls besichtigst.

An der Hagia Sophia Grand Mosque oder der Hagia Sophia vorbeigehen
Was ist das Besondere an der Hagia Sophia? Eigentlich war sie zu Zeiten von Konstantinopel ursprünglich eine christliche Basilika und wurde später dann zu einer Moschee! Im Jahr 1934 galt die Hagia Sophia dann nicht mehr als Kultstätte, sondern wurde zu einem eigenständigen Museum. Seit 2020 ist die Hagia Sophia wieder eine Moschee mit festen Gebetszeiten. Na ja, das ist nicht die Art von Ort, über den man liest, sondern den man eher betrachtet… Die Erklärungen sind wirklich ziemlich dürftig, und übrigens kommt es nicht selten vor, dass Touristen mit einem richtigen steifen Nacken wieder rauskommen. Die Decke und die verschiedenen Kuppeln sind so atemberaubend, dass man schnell dazu neigt, minutenlang mit nach oben gerichtetem Blick dazustehen.
Kleiner Bonus: Es ist nicht nur ein absolut unglaublicher Ort, sondern auch die Heimat vieler Katzen :). Wundere dich also nicht, wenn du an jeder Ecke kleine Kätzchen entdeckst!
Der einzige Nachteil, den man nennen könnte, ist der Preis. Über 25 Euro pro Person, das ist wirklich nicht gerade billig… Als wir dort waren, kostete es… 30 TL, also etwas weniger als 10 Euro pro Person! Heute würde ich ehrlich gesagt darauf verzichten und mich lieber auf die Blaue Moschee und die Süleymaniye-Moschee konzentrieren, die beide kostenlos sind.





- Ebenfalls in der historischen Innenstadt gelegen, ist die Hagia Sophia täglich von 9 bis 19 Uhr (im Winter bis 17 Uhr) geöffnet. Aber Achtung: Wir raten dir wirklich, gleich zur Öffnungszeit zu kommen, denn danach wird es dort schnell voll (sogar außerhalb der Saison).
- Der Eintritt kostet 25 Euro pro Person, also 1.400 TL. Wir empfehlen dir, vor Ort zu bezahlen oder über GetyourGuide zu buchen: Dort gibt es ein Kombiticket für den bevorzugten Einlass inklusive Audioguide. Das ist eine gute Option, um ein bisschen historischen Hintergrund zu bekommen, und preislich ist es absolut in Ordnung. Achtung, wenn du deine Tickets vor Ort kaufst: Bezahle unbedingt nur das Ticket für den Zugang zur Moschee/Basilika und betone dabei, dass du „nur den Balkon“ sehen willst und nicht das Museum! Letzteres lohnt sich nicht, und so vermeidest du, dass du 50 Euro (!) pro Person umsonst bezahlst… Und die Verkäufer wollen dir natürlich den vollen Preis aufschwatzen, indem sie dir erzählen, dass du unbedingt das 50-Euro-Ticket brauchst, um das Innere zu sehen.

Die Süleymaniye-Moschee besichtigen
Die Süleymaniye-Moschee (Süleymaniye Camii) ist die größte der kaiserlichen Moscheen in Istanbul! Sie ist weit weniger besucht als die Blaue Moschee, aber wir fanden sie genauso wunderschön und natürlich viel ruhiger, was die Touristen angeht… Wir hatten sogar das Glück, bei einem Fotoshooting eines frisch verheirateten Paares dabei zu sein, das seine Hochzeit in diesen Mauern verewigen wollte!
Was uns an dieser Moschee aber besonders gut gefallen hat, waren die vielen Schautafeln zum Islam. Wir sind eher mäßige Katholiken und kennen uns in anderen Religionen noch weniger aus. In der Süleymaniye-Moschee erklären zahlreiche Tafeln die Grundlagen des Islam und die Bräuche etwas besser – und vor allem widerlegen diese Infos ein bisschen den ganzen Quatsch, den man in den Medien so liest…
Ein kleines Extra an diesen Orten: der absolut atemberaubende Blick auf Istanbul! Hier haben wir übrigens unsere einzigen Sonnenstrahlen erhascht… Während unseres Aufenthalts gab’s keinen Sonnenuntergang, aber Ben hat es geschafft, einen kleinen Sonnenaufgang festzuhalten! Na ja, ich hab natürlich geschlafen!




- Die Süleymaniye-Moschee liegt nordwestlich der historischen Innenstadt und ist täglich von 8:30 bis 21:30 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt ist kostenlos!

Den Topkapı-Palast besichtigen
Als Herzstück des Osmanischen Reiches war der Topkapı-Palast über 400 Jahre lang die Residenz der Sultane. Und man kann zumindest sagen, dass die Jungs damals richtig groß gedacht haben: ein 700.000 Quadratmeter großer Palast mit über 100 Räumen!
Der Palast wurde an der Stelle der Akropolis von Byzanz errichtet und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Bosporus und das Goldene Horn!
Kleiner Hinweis: Komm auf keinen Fall mit der Vorstellung hierher, dass du das Ganze schnell hinter dich bringen kannst… Der Besuch dauert mindestens 3 oder 4 Stunden, vielleicht sogar deutlich länger, wenn du dir alle Informationen durchlesen willst. Die Ausstellung ist wirklich gut gemacht, und man bekommt ganz mühelos einen Eindruck davon, wie das Leben der Sultane hier wohl ausgesehen haben muss!
Ich persönlich war total beeindruckt von den Küchen – riesige Räume, in denen jeden Tag mehr als 4.000 Mahlzeiten für den Sultan, seinen Hofstaat, die Bediensteten und die Bewohner des Palasts zubereitet wurden! Dort arbeiteten 800 Leute in Vollzeit!





Aber komischerweise waren es nicht so sehr die Küchen, die Ben beeindruckt haben… Er war viel mehr vom Harem begeistert! Hehe, was soll man sagen: 300 Räume, die ausschließlich den Konkubinen des Sultans gewidmet sind… Ben stellte sich schon vor, wie fast 300 Frauen es sich auf den vielen Seidensesseln gemütlich machen, in den unglaublichen Räumen mit ihren fantastischen Dekorationen faulenzen oder im riesigen Pool mit Blick auf den Bosporus planschen! Ja, ja, Ben hätte sich gut als Sultan gesehen… Na ja, andererseits war der Sultan tatsächlich der einzige Typ, der in der Gegend Glück hatte. Ganz genau! Um diese 300 jungen Damen zu bewachen, gab es gut 100 Herren. Aber Vorsicht, niemand rührt die Kurtisanen an! Die 100 Wächter waren also Eunuchen… Für alle, die es nicht wissen: Eunuchen sind kastrierte Männer (autsch!).
Tipp: Wenn du den Palast verlässt, mach doch einen Spaziergang durch den direkt daneben liegenden Gülhane-Park, zweifellos der schönste Park Istanbuls!
- Der Topkapı-Palast liegt nur ein paar Schritte von der Hagia Sophia entfernt. Er ist jeden Tag außer dienstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt kostet 2750 TL und beinhaltet die Besichtigung des Palasts und des Harems. Der Preis ist zwar hoch, aber da man dort mehrere Stunden verbringt, lohnt es sich schon. Wenn du unentschlossen bist, nimm einfach nur ein Ticket für den Harem (1050 TL).
- Unser Tipp: Es ist voll, also komm pünktlich um 9 Uhr und geh direkt zum Harem!





An der Citerne Basilique vorbeigehen
Viele von euch haben uns einen kleinen Besuch in der Basilika-Zisterne empfohlen, das wollten wir uns also auf keinen Fall entgehen lassen ;)! Und tatsächlich lohnt sich der Besuch wirklich. Wenn man durch die Straßen der Innenstadt schlendert, ahnt man gar nicht, was sich tatsächlich unter unseren Füßen verbirgt… Yerebatan Sarnıcı, so heißt sie auf Türkisch, ist eine unterirdische Zisterne mit einer Fläche von 1.000 Quadratmetern und 336 Marmorsäulen! Man betritt die Basilika ein bisschen wie einen kleinen Keller. Die Tür ist nicht besonders groß, die Treppe ist etwas rutschig und dunkel, nichts lässt erahnen, was uns da unten erwartet! Übrigens: Findet ihr die beiden Medusenköpfe? 😉
Der Ort ist, wie soll ich sagen, beeindruckend, unwahrscheinlich, magisch und fast schon unheimlich! Ja, ich weiß, diese Adjektive passen nicht so recht zusammen, aber genau das kommt mir bei diesem Besuch in den Sinn!
Auch hier sind die Preise deutlich gestiegen… Heute kostet der Eintritt von 9 bis 18:30 Uhr 1950 TL und nach 19:30 Uhr 3000 TL! Der Besuch dauert höchstens eine Stunde… Würden wir das noch mal machen? Hm, vielleicht nicht…




- Die Basilika-Zisterne liegt ebenfalls in der historischen Innenstadt, direkt westlich der Hagia Sophia.
- Sie ist jeden Tag der Woche von 9 Uhr bis 18:30 Uhr und von 19:30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt kostet von 9:00 bis 18:30 Uhr 1950 TL und nach 19:30 Uhr 3000 TL für eine Stunde Besuch.
- Unser Tipp: Das ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Komm gleich zur Öffnungszeit oder am späten Nachmittag – dann ist es viel ruhiger! Auf jeden Fall empfehlen wir dir dringend, dein Ticket ohne Anstehen zu reservieren, um lange Warteschlangen zu vermeiden.
Eine Bootsfahrt auf dem Bosporus machen
Eine der Besonderheiten von Istanbul ist, dass es auf der Schwelle zwischen Orient und Okzident liegt, oder zwischen Europa und Asien, wenn du so willst. Die Altstadt und die Blaue Moschee liegen in Europa, aber man muss nur eine Fähre nehmen, um schon auf dem asiatischen Kontinent zu sein :). Wir hatten Asien vor fast 10 Monaten verlassen, aber die Gelegenheit, wieder auf diesen Kontinent zu kommen, war einfach zu verlockend!
Wir wollten eigentlich unbedingt eine kleine Bootsfahrt auf dem Bosporus machen, aber das mehr als launische Wetter während unseres Aufenthalts hat uns davon abgehalten… Also war die Überfahrt mit der Fähre über den Bosporus so eine Art Kompromiss.
Na gut, eins muss man gleich mal klarstellen: Die Veränderung ist nicht gerade eklatant, aber wir hatten trotzdem einen schönen Tag! Wir sind also von Eminönü aus mit dem Boot zum Hafen von Üsküdar am anderen Ufer gefahren und dann zum Hafen von Kadıköy gelaufen, ein kleiner Spaziergang von 7–8 km.

Diese Seite von Istanbul ist zwar viel weniger touristisch, hat aber definitiv viel Charme, auch wenn wir die Gegend ein bisschen zu ruhig fanden. Na ja, vor allem am Anfang des Spaziergangs! Am Ende landeten wir dann doch eher unfreiwillig mitten in einer politischen Demonstration. Keine Sorge, es war eine friedliche Demo, aber dafür war richtig was los!
Hinweis: Wenn du tagsüber oder bei Sonnenuntergang eine Bootsfahrt auf dem Bosporus machen möchtest, empfehlen wir dir, nicht online zu buchen. Es gibt zwar Angebote für 10 oder 20 Euro, aber du kannst problemlos direkt vor Ort buchen, und dort ist es auf jeden Fall günstiger! Nach den neuesten Informationen kostet die komplette 2-stündige Bootsfahrt etwa 6–7 Euro.
- In Istanbul gibt es mehrere Häfen. Die dem historischen Zentrum am nächsten gelegenen sind Eminönü im Norden und Yenikapı im Süden.
- Der Fahrpreis hängt von der zurückgelegten Strecke ab. Von Eminönü nach Üsküdar kostet die Fahrt etwa 58 TL, also 1 Euro pro Person. Die Fähren fahren zwischen 6:00 Uhr und 22:30 Uhr alle 20 Minuten. Schau dir die Fahrpläne online auf der Website der öffentlichen Fähren (Vapur) an.
Ein Bummel durch den Großen Basar und den Gewürzmarkt
Der Große Basar (Kapalı Çarşı) ist fast schon ein Muss in Istanbul und gehört zu den größten und ältesten überdachten Märkten der Welt! Sobald man drinnen ist, fühlt man sich fast wie in einer Stadt in der Stadt. Verkäufer, die dich alle zwei Meter ansprechen, der Duft von Gewürzen und Essen, der in der Luft liegt, und vor allem eine beeindruckende Touristenmenge! Anscheinend empfängt der Basar jeden Tag zwischen 250.000 und 400.000 Besucher!
Kurz gesagt, der Spaziergang hat uns echt gut gefallen, auch wenn wir den nicht weit davon gelegenen Gewürzmarkt (Mısır Çarşısı) viel angenehmer fanden. Tatsächlich wurde uns im Großen Basar schnell klar, dass wir die aufdringlichen Verkäufer, wie man sie aus Asien kennt, gar nicht so sehr vermisst hatten… Kurz gesagt: Wir empfehlen einen Spaziergang dort, aber für entspanntes Shoppen musst du ein anderes Mal wiederkommen ;).




- Der Grand Bazar ist täglich von Montag bis Samstag von 8:30 bis 19:00 Uhr geöffnet, außer an Feiertagen. Was gibt’s dort? Absolut alles!
- Der Gewürzbasar liegt 10 Minuten zu Fuß vom Großen Basar entfernt in Richtung des Hafens von Eminönü. Er ist täglich von 8 bis 19:30 Uhr geöffnet. Was gibt’s dort? Wie der Name schon sagt, kauft man dort hauptsächlich Gewürze, aber auch jede Menge türkische Leckereien wie Baklava, Lokum oder Nüsse und Mandeln in allen möglichen Formen!



Über die Galata-Brücke gehen
Die Galata-Brücke verbindet die Altstadt von Istanbul mit dem Taksim-Viertel, dem dynamischsten Stadtteil Istanbuls. Architektonisch gesehen ist sie an sich nichts Besonderes, aber es sind eher die vielen Angler, die sich hier jeden Tag treffen, um ihrem Lieblingssport nachzugehen, die den Charme dieser Brücke ausmachen! Das ist lustig, denn wir hatten wirklich den Eindruck, dass alle Kühlboxen der Angler fast leer waren, aber letztendlich spielte der Fang keine Rolle! Hier treffen sich die Männer bei jedem Wetter (ja, wirklich, sogar wenn es schneit!), um zu plaudern, Tipps auszutauschen und ab und zu ihre Angel ins Wasser zu werfen, während sie einen atemberaubenden Blick auf den Großen Palast und die Blaue Moschee genießen!



Durch das Taksim-Viertel schlendern
Sobald du die Galata-Brücke überquert hast, bist du im Stadtteil Beyoğlu. Von dort aus gelangst du zum Taksim-Platz entweder über die İstiklal-Allee (oder Hauptstraße von Pera), eine Fußgängerzone mit vielen großen Einkaufsketten und zahlreichen Restaurants, oder durch die kleinen Gassen in Çukurcuma, dem Antiquitätenviertel.
Wir haben uns entschieden, über Çukurcuma zu gehen, und um ehrlich zu sein, hat uns dieser Teil der Stadt wirklich total begeistert! Dort gibt’s jede Menge kleine Läden, Bars und Cafés an jeder Straßenecke, aber vor allem eine beeindruckende Anzahl an Antiquitätenhändlern, Trödelmärkten und anderen Geschäften mit einem etwas alternativeren Stil. Kurz gesagt: Unserer Meinung nach ist das ein idealer Ort zum Bummeln und um ein leckeres Gericht zu genießen, und das zu einem viel günstigeren Preis als auf der anderen Seite der Galata-Brücke! Und wenn du ein Fan von Street Art bist, kommst du in diesem Viertel voll auf deine Kosten ;).


Wo kann man in Istanbul übernachten?
Istanbul ist eine Touristenstadt – es gibt also jede Menge Unterkünfte zur Auswahl! Bei der Wahl deines Stadtteils hast du mehrere Möglichkeiten:
- auf der asiatischen Seite übernachten, um etwas abseits vom Touristenrummel zu sein und die authentischere Atmosphäre in vollen Zügen zu genießen;
- direkt in der Nähe der Blauen Moschee im Herzen des Stadtteils Fatih zu übernachten und so den Luxus zu genießen, einen Großteil der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden zu können;
- im Viertel rund um den Taksim-Platz, einer aufstrebenden Gegend, die sich als etwas alternativer, um nicht zu sagen hipsterhaft, präsentiert ;).
Wir haben uns schließlich für Sultanahmet entschieden, das historische Zentrum. Na ja, das ist eben die günstigste Gegend! Wir haben in einer Jugendherberge (die inzwischen geschlossen ist) in einem Schlafsaal mit 10 Betten übernachtet und waren ehrlich gesagt super zufrieden damit. Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir Glück hatten… Da der 10-Bett-Schlafsaal bei unserer Ankunft voll war, haben sie uns den 6-Bett-Schlafsaal angeboten (zum gleichen Preis). Und noch ein Glücksfall: Wir hatten den Schlafsaal vier von fünf Nächten lang ganz für uns beide allein! Wenn du eine ähnlich zentral gelegene Unterkunft suchst, empfehlen wir dir das Stanpoli Hostel und das Apple Sophia. Beide bieten ein Bett im Schlafsaal zu einem supergünstigen Preis an und das Frühstück ist inklusive!
Wenn du nicht so auf Hotels stehst, kannst du auch mal auf Websites für Ferienwohnungen schauen. In Istanbul sind die Vorschriften sehr streng. Im Stadtzentrum gibt es nur wenige Wohnungen: Die Vermieter brauchen eine Lizenz. Dafür findet man in der Umgebung aber tolle Wohnungen und Studios.
Hier ist eine Karte mit vielen Unterkünften in Istanbul. Du kannst die verschiedenen Stadtteile heranzoomen und Hotels, Jugendherbergen und Ferienwohnungen mithilfe der Filter direkt miteinander vergleichen.
Wie man sich in Istanbul fortbewegt
Vom Flughafen ins Stadtzentrum
Ein Tipp am Flughafen: Meide die Taxis! Betrugsfälle kommen viel zu häufig vor: Geldscheine werden ausgetauscht und du musst Geld zurückgeben, der Taxameter ist nicht eingeschaltet… Es gibt zwar die U-Bahn-Linie M11, die vom internationalen Flughafen (İstanbul Havalimanı) abfährt, aber sie fährt nicht direkt ins Stadtzentrum. Du musst mindestens einmal umsteigen, um eine andere U-Bahn, Straßenbahn oder einen Bus zu nehmen. Unserer Meinung nach ist es besser, die offiziellen Shuttlebusse zu nutzen oder einen Transfer mit dem Auto zu organisieren.
Was die Shuttlebusse angeht, musst du nach den Havaist-Bussen Ausschau halten. Je nach Zielort verkehren sie zwischen Mitternacht und 23:45 Uhr. Was den Preis angeht, musst du zum Beispiel für die Fahrt vom Flughafen nach Eminönü mit 470 TL (8–9 Euro) rechnen. Schau dir die Fahrpläne an und buche deine Tickets auf der Website des Busunternehmens.
Ansonsten bleibt euch noch die Möglichkeit, einen privaten Fahrer zu buchen. Der Preis ist fest und ihr könnt sicher sein, dass ihr nicht über den Tisch gezogen werdet :). Als Bonus gilt: Je mehr ihr seid, desto günstiger wird der Preis pro Person.






Welches Verkehrsmittel sollte man wählen?

Um die verschiedenen Stadtteile Istanbuls zu erkunden, haben wir uns für zwei Fortbewegungsmittel entschieden: die Straßenbahn und unsere eigenen Füße!
Hier ist die Straßenbahn günstig und superpraktisch. Rechne mit etwa 1 Euro pro Person und Fahrt. Aber ehrlich gesagt sind wir einfach nur durch die Altstadt spaziert, bevor wir die Fähre genommen haben, um auf die asiatische Seite zu fahren.
Hinweis: Es gibt die Istanbul Card, eine Karte für unbegrenzte Fahrten mit allen Verkehrsmitteln (Bus, U-Bahn, Straßenbahn, Fähre, Standseilbahn…). Ehrlich gesagt ist der Preis dafür ziemlich hoch, während ein Ticket für die Straßenbahn oder die Fähre wirklich nicht viel kostet. Kurz gesagt: Wir empfehlen sie nicht.
Reisebudget für ein Wochenende in Istanbul
Update 2026: Für zwei Tage in Istanbul würde unser Budget heute eher bei etwa 45 Euro pro Tag und Person liegen! Wenn du mehr wissen willst, haben wir das Budget für eine Reise in die Türkei im Detail für dich aufgeschlüsselt.
Istanbul ist eine Stadt, die als Ziel für einen kurzen Wochenendausflug immer beliebter wird. Da ist es also ganz logisch, dass die Preise dort im Winter etwas höher sind als in Tiflis oder Vilnius. Insgesamt ist es uns aber trotzdem gelungen, unser Budget gut im Griff zu behalten. In den 6 Tagen haben wir damals insgesamt 323 Euro ausgegeben, das sind durchschnittlich 26,9 Euro pro Tag und Person.

Anmerkungen:
- Die offizielle Währung ist die türkische Lira. 1 Euro = 55 TL (oder TRY, Turkish Lira)
- Wie ihr bemerkt habt, sind die Führungen relativ teuer…
- Was das Essen angeht, empfehlen wir dir wirklich, die Hauptstraße und das Viertel um die Blaue Moschee zu verlassen. Dort kostet alles doppelt so viel! Ein einfacher Döner kostet zum Beispiel in der Nähe der Hagia Sofia zwischen 5 und 10 TL, während er nur drei oder vier Straßen weiter schon 2 TL kostet!
- Eine Fahrt mit Bus, Straßenbahn oder Fähre kostet 4 TL und damit kannst du so weit fahren, wie du willst, ohne umsteigen zu müssen.
- In Istanbul schwanken die Preise je nach Touristensaison stark. Die Hotelpreise können sich in der Hochsaison, also von Mitte März bis Ende Mai und von September bis Ende Oktober, locker verdreifachen.
Unsere Meinung: Sollte man Istanbul im Winter besuchen?
So, das war’s dann mit unserem Besuch in Istanbul im Winter! Wir können euch auf jeden Fall wärmstens empfehlen, außerhalb der Sommersaison hierherzukommen. Die Stadt ist so riesig und wunderschön, dass es natürlich noch jede Menge andere Dinge zu entdecken gibt. Habt ihr noch andere Lieblingsorte in der Stadt? Schreibt es uns in den Kommentaren 🙂
Wir erkunden das Land weiter, diesmal im Frühling! Kommt ihr mit nach Izmir und Pamukkale?
P.S. – Wir haben alle unsere Tipps in einem praktischen Reiseführer für die Türkei zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!
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