Im Gegensatz zu vielen norwegischen Wanderungen, bei denen ein bestimmter Gipfel im Mittelpunkt steht, bezeichnet „Skrelia“ eigentlich ein ganzes Wandergebiet westlich von Lyngdal. Dieses weitläufige Gebiet mit glatten Felsformationen, kleinen Seen und Wasserfällen bietet mehrere markierte Routen mit weiten Ausblicken auf den Lyngdalsfjord und die Südküste Norwegens.

Als wir im Süden Norwegens ankamen, suchten wir nach einem kleinen Spaziergang, um einen Wasserfall zu sehen und dem Hund zwischen Kristiansand und Egersund die Beine zu vertreten. Letztendlich waren es die schönen Fotos auf der Website von Horizon Rando (übrigens ein super Blog mit vielen Ideen für Norwegen!), die uns dazu gebracht haben, diese Gegend zu erkunden. Auch wenn das Wetter nicht gerade das beste war, bereuen wir den kleinen Abstecher überhaupt nicht und sind total begeistert von dem Ort.
Lyngdal und seine Landschaften zwischen Meer, Seen und Bergen

Lyngdal ist eine kleine Gemeinde im Süden Norwegens, in der Region Agder, mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern, die sich auf das Stadtzentrum und mehrere verstreute Dörfer verteilen. Geografisch liegt die Region zwischen Meer und Hinterland. An der Küste findet man relativ offene Fjorde, kleine Strände und Hafengebiete. Wenn man ins Landesinnere fährt, verändert sich die Landschaft allmählich und wird hügeliger, mit Wäldern, Seen und Hügeln, wie sie für Südnorwegen typisch sind. Hier ist man weit entfernt von den spektakulären Fjorden und den berühmten Gipfeln des Landes, aber die Region ist viel zugänglicher und abwechslungsreicher, als wir es uns vor unserer Ankunft vorgestellt hatten.
Skrelia – Wasserfälle, Seen und kleine Gipfel
Skrelia ist eines dieser kleinen Paradiese, die man sich erst ein bisschen erarbeiten muss. Die Anfahrt ist relativ lang (mehr Infos weiter unten), aber wenn man auf dem kleinen Parkplatz am Ende der Straße ankommt, hat man wirklich das Gefühl, mitten im Nirgendwo gelandet zu sein. Und das ist lustig, denn vom Parkplatz aus lässt fast nichts erahnen, welche Landschaften sich nur wenige Meter hinter dem Tor verbergen.

Das Wandergebiet von Skrelia erstreckt sich zwischen vier kleinen Seen, die in einer felsigen Landschaft liegen, die vor sehr, sehr langer Zeit von Gletschern geformt wurde! Kommst du mit?
Mögliche Wanderungen in Skrelia
Du wirst sehen, das Gebiet ist auch nicht gerade „riesig“, aber es gibt mehrere mögliche Routen, je nach deinen Vorlieben, dem Wetter oder deiner Lust auf eine Wanderung. Das reicht von einem 30-minütigen Spaziergang bis hin zu einer etwas längeren Wanderung von etwa 2 bis 2,5 Stunden. Und das alles mit nur geringem Höhenunterschied! Wie ich dir schon am Anfang des Artikels gesagt habe: Hier sind wir weit entfernt von den Fjorden mit ihren steilen Klippen. Die Hügel sind ganz klein und der Hang sehr sanft. Aber da es hier keine hohen Gipfel gibt, ist die Aussicht trotzdem verdammt schön und weitläufig.
Die Routen: Karte und Infos
Hier ist die Karte mit den 3 verschiedenen Routen, die unten vorgestellt werden:
Die Wanderung zum Skrelifallan-Wasserfall – 1,1 km, eben, ca. 30 Minuten – auf der Karte blau markiert
Am Skrelifallan-Wasserfall kommst du auf jeden Fall vorbei, egal welche Route du wählst! Vom Parkplatz aus dauert der Weg hierher nur etwa zehn Minuten. Wir kamen am späten Nachmittag in Skrelia an und hatten vor, die Wanderung am nächsten Tag zu machen. Da wir uns aber gleich nach unserer Ankunft die Beine vertreten wollten, haben wir diese kleine Rundwanderung gemacht. Und wie du später sehen wirst, war das eine sehr gute Idee, denn am nächsten Tag war das Wetter ein bisschen launischer und wir sind froh, dass wir einen Eindruck davon bekommen haben, wie die Gegend bei Sonnenschein aussehen kann. 😉


Rundwanderung um den Sandvatnet – 4,3 km, 110 Höhenmeter, ca. 1,5 Stunden, auf der Karte violett markiert
Das wäre wahrscheinlich die klassischste Route. Vom Parkplatz aus geht es zunächst zum Wasserfall, dann geht es sanft bergauf in Richtung Sandvatnet-See, bevor man über die Felsplatten zurück zum Parkplatz gelangt.
Ich will ehrlich sein: Die Route ist wirklich schön, aber der kleine Abstecher, von dem wir gleich erzählen, macht die Strecke kaum länger und bringt auch kaum mehr Höhenmeter mit sich (grob geschätzt 2 km mehr und 100 m mehr Höhenmeter). Wenn du also nicht gerade sehr wenig Zeit hast, empfehlen wir dir wärmstens, die etwas längere Variante zu wählen.

Die Skrelia-Runde – 6,1 km, 228 Höhenmeter, ca. 2,5 Stunden, auf der Karte grün markiert
Diese letzte Variante ist im Grunde die gleiche wie die vorherige, nur dass man diesmal einen kleinen Abstecher über die Felsen hinter dem See macht. Natürlich haben wir uns für diese Variante entschieden, weil wir insgeheim auf eine Aufhellung gehofft haben, um die Aussicht noch ein bisschen mehr genießen zu können.



Auf den Sonnenschein müssen wir wohl noch warten, aber wir haben den Abstecher und die Aussicht vom Gipfel trotzdem sehr genossen. Übrigens: Wer möchte, kann auch einen Rundweg zu einem Aussichtspunkt machen, von dem aus man alle fünf Seen sehen kann. Natürlich hatten wir diesen Abstecher geplant, aber da der Regen genau dann stärker wurde, als wir am weitesten vom Parkplatz entfernt waren, haben wir beschlossen, den Aussichtspunkt auszulassen (aber ich trage ihn trotzdem in unsere Karte oben ein).
Was die Laufrichtung der Wanderung angeht, haben wir uns für die Richtung gegen den Uhrzeigersinn entschieden, um am Wasserfall zu enden. Da die Wanderung absolut keine Schwierigkeiten bereitet, ist es eigentlich egal, in welche Richtung du sie machst.



Praktische Informationen
Die Wanderungen in Skrelia sind alle wirklich einfach und für ein breites Publikum geeignet. Das ist weit entfernt von den anspruchsvolleren Touren, die wir anderswo in Norwegen gemacht haben. Hier sind die Höhenunterschiede ganz sanft, aber die Ausblicke sind trotzdem atemberaubend. Kurz gesagt: Es ist ein Reiseziel, das sich auch super für Familien eignet! Und im Sommer verleiht das Baden in den kleinen Seen dem Ganzen zweifellos noch zusätzlichen Charme. Bei 8 °C und Regen wirst du aber sicher verstehen, dass wir diesen Aspekt nicht ausprobiert haben.
Für die Wanderung an sich brauchst du nichts Besonderes, auch wenn wir dir dennoch wasserdichte Schuhe empfehlen würden, da ein Großteil der Strecke durch etwas sumpfiges Gelände führt. Das war besonders an Regentagen oder nach Niederschlägen wichtig.
Was die Anfahrt angeht, hast du keine andere Wahl, als mit dem Auto zu kommen. Um dorthin zu gelangen, musst du zunächst nach Arnes (westlich von Lyngdal) fahren und dann der Fv558 folgen. Nach etwa 2 km geht die kleine Straße in einen Feldweg über. Er ist wirklich in perfektem Zustand, aber es ist eben ein Feldweg und, seien wir ehrlich, nicht besonders breit. Es gibt zwar regelmäßig Ausweichstellen, aber ich denke, es ist besser, mit einem Van oder einem kleinen Transporter hierher zu kommen als mit einem großen Wohnmobil. In Norwegen ist es nicht selten, dass man auf echte Straßenriesen trifft (Wohnmobile von 8 m und mehr), und für diese ist es meiner Meinung nach wirklich unmöglich! Der Weg ist etwa 7 km lang und endet an einem kleinen Parkplatz. Hier wird das Parken für Vans über Nacht übrigens (vorerst) geduldet. Aber zweifellos kann der Platz in der Hochsaison schnell voll sein. Als wir Anfang Mai hier waren, standen etwa 7 Fahrzeuge über Nacht auf dem Parkplatz.

Die Details zu jeder der oben genannten Routen findest du hier (Karte + GPX-Datei zum Herunterladen über die AllTrails-App). Übrigens: Falls du AllTrails noch nicht kennst, kannst du dir unseren Artikel dazu ansehen. Das ist die App, die wir seit fast 10 Jahren nutzen, und in Norwegen ist sie wirklich weit verbreitet und bietet jede Menge Wanderideen! Natürlich wird sie auch in anderen Ländern genutzt, aber zum Beispiel in Spanien haben wir festgestellt, dass Apps wie Wikiloc bei den Einheimischen beliebter zu sein scheinen, hier ist es jedoch eindeutig AllTrails.
Wir sehen uns bald wieder mit weiteren Artikeln über unseren Roadtrip durch Norwegen.
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