Am 1. Januar 2023 sind wir zum Col de la Forclaz zurückgekommen, um eine Wanderung zu machen. Dabei sind wir (zu Fuß und dann mit Schneeschuhen) zusammen mit zwei Freunden, Laurène und Olivier, auf den Mont d’Arpille gestiegen.

Diese schöne Wanderung hat uns dazu gebracht, diese Route hier zu teilen und euch auch ein paar Alternativen vorzuschlagen (wie ihr unten sehen könnt, waren die Schneeverhältnisse während unserer Wanderung echt speziell, und es könnte daher sinnvoll sein, je nach Bedingungen eine andere Route in Betracht zu ziehen – alle Details dazu findet ihr weiter unten im Artikel).
Am Ende des Artikels haben wir noch einen weiteren Tipp für einen Sommerausflug hinzugefügt: die Suone von Trient.
Mont de l’Arpille: Rundwanderung
Start am Forclaz-Pass
Die heutige Wanderung startet auf dem Parkplatz des Col de la Forclaz in der Schweiz. Der Col de la Forclaz ist bei Radfahrern ziemlich bekannt, aber auch wegen seiner Geschichte. Diese Straße verbindet Martigny (in der Schweiz) mit Chamonix (in Frankreich) und führt durch spektakuläre Landschaften, die viele Radsportfans lieben.

Aus historischer Sicht gibt’s viele Erwähnungen dieses Passes in Berichten von Reisenden aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die von Genf aus über Chamonix ins Wallis oder nach Italien wollten. Damals konnte man den Pass natürlich nur zu Fuß oder mit dem Maultier überqueren. 😉 Die erste Straße für Autos wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut.
Aber keine Sorge, 2023 kommt man ganz einfach mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zum Pass! Kurz gesagt: Du kannst die Mule im Stall lassen.
Vom Parkplatz aus geht’s direkt zur Sache. Der Weg schlängelt sich durch den Wald und bietet ein paar schöne Ausblicke, die man beim Aufstieg immer mehr genießen kann.



450 Höhenmeter auf 1,5 km – das ist echt ein super Weg, um sich an die kleinen Exzesse der Feiertage zu erinnern (ja, wir sind am 1. Januar gewandert, haha)!




Als wir die Ebene von Gy erreichten, wurde der Hang flacher, und an diesem Tag machten wir hier unsere ersten Schritte im Schnee. Es war nicht nötig, Schneeschuhe anzuziehen, aber es war schon sehr schön, auf dieser weißen Decke mit den Bergen im Hintergrund zu laufen.




Der Gipfel des Mont de l’Arpille
Der Aufstieg zum Gipfel des Mont d’Arpille ist echt locker. Das ist definitiv einer dieser Gipfel, die ein super Verhältnis zwischen Anstrengung und Aussicht bieten. Es ist übrigens ziemlich lustig, denn wenn man von der kleinen Ebene dahinter kommt, kann man sich noch kaum vorstellen, was für ein Panoramablick uns erwartet! Schaut selbst!




Im Gegensatz zu Gipfeln wie der Pointe de Bellevue ist die Aussicht vom Mont d’Arpille nicht wirklich 360°, sondern eher 180° oder 240°… Aber keine Sorge, das ist trotzdem nicht enttäuschend. 😉 Wir haben einen unglaublichen Blick auf die Gipfel des Wallis wie das Combins-Massiv, aber auch auf das Mont-Blanc-Massiv auf der französischen Seite und das ganze Rhonetal.


Zurück zum Forclaz-Pass über La Gouille verte
Vom Gipfel aus zeigen Wanderwegweiser die verschiedenen Richtungen an, in die man gehen kann. Zwei Pfeile zeigen in Richtung Col de la Forclaz, aber wir haben uns entschieden, in die entgegengesetzte Richtung zur Alm Arpille zu gehen #KeineAngstVorUmwegen 😉


Diese Variante ist echt interessant, weil man zuerst den Kämmen des Mont d’Arpille folgt und dabei immer diesen atemberaubenden Blick auf die schneebedeckten Gipfel hat. Von hier aus kommen wir auf die weniger sonnige Seite und beschließen, die Schneeschuhe anzuschnallen. Der Abstieg war manchmal etwas holprig, aber schließlich haben wir ohne große Mühe die kleine Kreuzung erreicht, die sich direkt oberhalb der Alm befindet.


Hier zeigt ein Schild auf die grüne Senke links von uns (und den Forclaz-Pass). Ehrlich gesagt waren wir echt überrascht, dass noch niemand diese Route genommen hatte und der Schnee noch unberührt war (und die Markierungen am Boden total unsichtbar).
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir also zwei Möglichkeiten:
- Zurück zum Mont d’Arpille und dann eine der beiden direkteren offiziellen Routen nehmen… Hmmm…
- Weiter mit unserer ersten Idee, indem wir den Weg mit unserem GPS-Tracker auf dem Handy „abschätzen“ und selbst die ersten Spuren im Schnee machen.

Da wir nicht wirklich Lust hatten, umzukehren, haben wir uns für die zweite Option entschieden. Es gab keine Lawinengefahr und wir hatten noch genug Akku auf unseren Handys, um sicher ans Ziel zu kommen. 😉
Wir haben ein paar Fehler gemacht, aber insgesamt sind wir ganz gut durchgekommen. Danach konnten wir uns den Gedanken nicht verkneifen, dass diese Route im Sommer bestimmt auch super schön ist… Man kommt nämlich an mehreren kleinen Gewässern vorbei. Im Winter musste man aufpassen, dass man nicht darüber fuhr (das Eis war zu der Zeit, als wir dort waren, noch viel zu dünn), aber im Sommer sind das bestimmt coole Picknickplätze. 😉


Wir haben zwar keine großen Fehler gemacht, als wir dem GPS gefolgt sind, aber wir waren vielleicht ein bisschen zu optimistisch, was unsere Zeitplanung angeht… Den Weg zu suchen und Spuren im Schnee zu hinterlassen, dauert echt lange, sehr lange sogar! So lange, dass es schon 16:45 Uhr war, als wir in der Gouille Verte ankamen.

Als wir wieder auf dem Waldweg waren, der zum Forclaz-Pass runterführt, wurde es schnell dunkel. Also haben wir die Wanderung im Licht unserer Handys beendet. Der Kreis hatte sich geschlossen und wir waren echt müde, aber super zufrieden mit diesem schönen Ausflug am Neujahrstag!
Karte und Infos zur Wanderung auf den Mont d’Arpille (Start am Col de la Forclaz)
Hier sind die Details der Route, die wir genommen haben:
- Entfernung: 8,5 km
- Höhenunterschied: ca. 730 m (+ und -)
- Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel (der Aufstieg im Wald ist ziemlich steil)
- Jahreszeit: Diese Wanderung ist eigentlich eher für den Sommer gedacht (in dieser Form). Wir konnten die Route im Winter machen, weil die Bedingungen gut waren (kein Schnee beim Aufstieg im Wald, keine Lawinengefahr). Trotzdem mussten wir für den Rückweg „eine Spur legen” und den GPS-Angaben unserer Route folgen (Weg nicht sichtbar). Wir raten klar davon ab, diese Route bei Schnee zu gehen, wenn du nicht daran gewöhnt bist, sondern empfehlen dir, lieber von Ravoire aus zu starten und dem offiziellen Schneeschuhweg zu folgen (siehe unten).
Alternative: Der Mont de l’Arpille von Ravoire aus
Wenn du dich wie wir für einen Besuch im Winter entscheidest, gibt’s eine alternative Route, die für Schneeschuhwanderungen „offizieller“ ist. Die Strecke, die wir genommen haben, ist nämlich nicht markiert, und das kann die Orientierung ohne Spuren etwas erschweren.
Die markierte Route zum Mont de l’Arpille startet in Ravoire, genauer gesagt im oberen Teil des Dorfes. Du kannst die Strecke als Rundwanderung machen oder als Überquerung bis zum Col de la Forclaz (die zweite Option ist super, wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst, mit dem Auto eher weniger).


Aber pass auf, der Abschnitt zwischen dem Gipfel des Mont d’Arpille und dem Col de la Forclaz ist ziemlich steil. Wenn viel Schnee liegt, könnte das schwierig werden.
Der Teil von Ravoire am Gipfel ist eine coole Alternative für Touren mit Fellen oder Schneeschuhen und hat den Vorteil, dass er über einen viel flacheren Hang führt. Die Lawinengefahr ist dort echt gering, wenn man auf dem offiziellen Weg bleibt (aber man sollte sich natürlich immer über die aktuellen Bedingungen informieren).
Wir sind diese Route nicht gegangen, aber ich dachte, es wäre cool, sie hier zu erwähnen, weil die Variante, die wir genommen haben, echt gut zu den Bedingungen während unseres Besuchs gepasst hat (wenig Schnee, keine Lawinengefahr). Aber mitten im Winter hätten wir uns wahrscheinlich für diese Route entschieden:
Die Suone von Trient – Bisse du Trient
Vom Col de la Forclaz aus gibt’s noch ‘ne andere Route, die echt oft gemacht wird und die echt einen Besuch wert ist: die Suone von Trient. Das ist weniger ‘ne «richtige» Wanderung, sondern eher ‘n gemütlichen Spaziergang am Fuße des Gletschers.



Die Route ist echt einfach zu finden… Vom Pass aus geht’s auf einem schönen, gut ausgebauten Weg 3,3 km (6,5 km hin und zurück) entlang der Suone bis zur Buvette «Chalet du Glacier».



Geschichte der Suone Trient
Wir sind keine Geschichtsexperten und es kommt auch nicht oft vor, dass wir über die Vergangenheit eines Ortes reden… Aber für die Suone von Trient machen wir mal eine Ausnahme! Alles begann 1865, als ein gewisser Herr Robatel die exklusive Nutzungsberechtigung für das Eis des Trient bekam. Zu dieser Zeit war der Gletscher „im Hochwasser”, das heißt, obwohl die Arbeiter jeden Tag etwa 1 m Eis abbauten, konnte das Vorrücken des Gletschers dies ausgleichen.


Schon 1883 hat die Firma eine kleine Eisenbahnstrecke gebaut, um die Eisblöcke vom Talgrund zum Forclaz-Pass leichter transportieren zu können. Das so gewonnene Eis wurde an Restaurants in der Region geliefert, aber auch mit dem Zug in die größeren Städte Frankreichs (Lyon, Paris und Marseille) geschickt. Der Betrieb wurde 1893 eingestellt, und 1895 sahen die Bauern der Region eine Chance, die durch die Schienen entstandene „flache” Trasse zu nutzen, um dort eine Suone anzulegen und so ihre Betriebe in den Tälern von Martigny zu bewässern. Das Gletscherwasser wurde so bis in die 1970er Jahre für den Anbau in der Region genutzt. Die Suone wurde etwa fünfzehn Jahre lang nicht genutzt, bevor sie für touristische Zwecke wieder instand gesetzt wurde.


Karten und Infos für die Wanderung entlang der Suone Trient
Diese Route ist echt einfach und für viele Leute gut machbar.
- Entfernung: 6,5 km (hin und zurück)
- Höhenunterschied: 150 m
- Start und Ziel: Col de la Forclaz
- Anfahrt: mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Suone ist offiziell von Mai bis Oktober/Anfang November zugänglich. Außerhalb dieser Zeit wird die Suone nicht instand gehalten/gesichert, und es wird nicht empfohlen, sich dort aufzuhalten. Wir empfehlen dir persönlich diese Route zwischen Juni und dem 15. Oktober, wenn die Suone mit Wasser gefüllt ist. Außerdem ist in dieser Zeit die Buvette geöffnet, was den Spaziergang gleich viel angenehmer macht. 😉
Das war’s für heute. Wenn du Vorschläge für Wanderrouten vom Col de la Forclaz oder in der Umgebung hast, schreib uns doch einfach einen Kommentar. Wir wohnen nicht weit weg und sind immer auf der Suche nach neuen Routen, die wir entdecken können. 😉
Bis bald!
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