Keine Ahnung, warum, aber weder Fabienne noch ich hatten den Aletschgletscher jemals mit eigenen Augen gesehen (eigentlich muss Fabienne ihn mal gesehen haben, als sie 5 war 😉 )! Dabei wohnen wir gar nicht so weit weg (weniger als 2 Stunden Fahrt), aber wir haben immer andere Orte entdeckt, andere Wanderungen gemacht…

Aber auf unserem Roadtrip durch Graubünden im Jahr 2021 sind wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt über den Furkapass im Oberwallis gefahren… Auf dem Weg kamen wir an den Seilbahnen vorbei, die nach Bettmeralp hochfahren, mit großen Werbetafeln, die den Aletschgletscher zeigen (was zeigt, dass Werbung funktioniert 😉 ).
An diesem Tag haben wir uns gesagt, dass der Aletschgletscher doch ein echtes Naturwunder im Wallis (eigentlich in der ganzen Schweiz) ist und dass wir die nächste Chance nutzen sollten, um diese spektakulären Landschaften endlich mit eigenen Augen zu sehen.
Nachdem wir also 2022 die Berner Alpen entdeckt hatten (ja, ich weiß, das klingt komisch, aber die Berner Alpen gehören zum Teil auch zum Wallis), indem wir zum Oeschinensee und ins Lauterbrunnental gefahren sind, haben wir diesen Herbst-Roadtrip in der Zentralschweiz beendet, indem wir durch das Oberwallis zurückgefahren sind. Das war die Gelegenheit, auf die wir gewartet hatten, um endlich am Aletschgletscher wandern zu gehen!

Der große Aletschgletscher: Der größte Gletscher in den Alpen schmilzt immer weiter
Wie kann man über den Aletschgletscher reden, ohne zuerst das unaufhaltsame Abschmelzen dieser Eisriesen zu erwähnen, das sich in den letzten 20 Jahren so stark beschleunigt hat (mit einem traurigen Rekord im Sommer 2022, als die Schweizer Gletscher innerhalb eines Jahres mehr als 6 % ihres Volumens verloren haben sollen) … Das ist eine der sichtbarsten Folgen des Klimawandels!
Der Aletschgletscher ist echt legendär wegen seiner riesigen Gletscherzunge (20 km), die durch zwei parallele Moränenstreifen gekennzeichnet ist, die vom Konkordiaplatz (wo die drei Hauptgletscher direkt hinter dem mythischen Trio der Berner Alpen – Eiger, Jungfrau und Mönch – zusammenfließen) bis zum Ende der Gletscherzunge verlaufen. Es sieht fast aus wie eine Eisautobahn, die sich durch das Tal schlängelt.

Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird das größte Eisspeicherreservoir der Alpen (immerhin 10 Milliarden Tonnen) bis 2100 fast komplett verschwunden sein. Um dir eine Vorstellung zu geben: Am Konkordiaplatz ist die Eisschicht derzeit bis zu 800–900 Meter dick! Und dieses ganze Eis könnte bis 2100 schmelzen, wie diese Animationen des Glaziologen Matthias Huss von der ETH Zürich zeigen.
Um wenigstens einen kleinen Teil der Gletscher in den Alpen zu retten, müsste man die globale Erwärmung wirklich auf durchschnittlich weniger als 2 Grad halten (wie im Pariser Abkommen vereinbart) … und das ist eindeutig nicht der Weg, den wir gerade einschlagen 🙁
Wo ist der Aletschgletscher und wie kommt man hin?
Okay, nach dieser traurigen Feststellung kommen wir jetzt zu etwas fröhlicheren Themen: Wanderungen und praktische Infos über die Region des Aletschgletschers.
Der Aletschgletscher liegt also im Oberwallis, ein bisschen oberhalb von Brig im Rhonetal. Wie du sehen wirst, gibt’s viele Möglichkeiten, zum Aletschgletscher zu kommen, mit dem Auto, aber vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit du dir ein besseres Bild von der Gegend machen kannst, hier eine Karte der Region Aletsch:

Hoch auf die Hochebene von Riederalp – Bettmeralp – Fiescheralp
Wie du auf dieser Karte sehen kannst, hast du, egal ob du mit dem Auto oder dem Zug kommst, drei Möglichkeiten, mit der Seilbahn auf das Hochplateau unterhalb des Gletschers zu fahren (beachte bitte, dass das Hochplateau nicht mit dem Auto befahrbar ist und du dein Auto auf den Parkplätzen im Tal abstellen musst):
- Mörel-Riederalp: Du kannst mit dem Zug oder Auto nach Mörel kommen (Parkplatz kostet was) und dann für 19,60 CHF (Vollpreis) mit der Seilbahn nach Riederalp fahren.
- Betten-Bettmeralp: Du kannst mit dem Zug oder Auto zur Talstation Betten fahren (Parken kostet extra) und dann für 19,60 CHF (Vollpreis) mit der Seilbahn nach Bettmeralp und zurück.
- Fiesch-Fiescheralp: Du kannst mit dem Zug oder Auto nach Fiesch kommen (Parkplatz kostenpflichtig) und dann für 27 CHF (Vollpreis) mit der Seilbahn nach Fiescheralp fahren.
Mehr Infos zu den Fahrplänen und Preisen findest du auf der Website der Aletsch Arena.

Die Bergbahnen zu den Aussichtspunkten auf den Aletschgletscher
Wie du auf der Karte sehen kannst, kannst du den Aletschgletscher von Riederalp, Bettmeralp oder Fiescheralp aus noch nicht sehen 😉 . Von dort aus hast du je nach deinen Wünschen und deinem Budget mehrere Möglichkeiten:
- Wandern vom Hochplateau aus starten: Wir haben uns dafür entschieden, um die Kosten niedrig zu halten, weil die Seilbahnen zu den verschiedenen Aussichtspunkten ziemlich teuer sind. Also sind wir nach Fiescheralp gefahren, der Station, die dem Gletscher am nächsten liegt, um dort unsere Wanderung zu starten.
- Nimm eine der vier Seilbahnen, die zu verschiedenen Aussichtspunkten führen (Eggishorn, Bettmerhorn, Moosfluh, Hohfluh): Das ist natürlich die bequemste Art, den Gletscher zu sehen, aber nicht die billigste. Rechne mit 49 CHF für eine Hin- und Rückfahrt zum Vollpreis von Betten-Bettmerhorn oder Fiesch-Eggishorn. Die genauen Preise findest du hier.

Verschiedene Möglichkeiten, den Aletschgletscher zu erkunden
Klar, wie ich dir gerade gesagt habe, könntest du einfach mit der Seilbahn zu einem der Aussichtspunkte hochfahren und dann wieder runterfahren. Aber unserer Meinung nach wäre es echt schade, deinen Tag in der Region nicht zu nutzen, um ein bisschen auf einem Teil des Panoramawegs des Aletschgletschers zu wandern. So kannst du dich ein bisschen von den Menschenmassen entfernen und diese unglaublichen Panoramen in aller Ruhe genießen.
Wir finden, es gibt zwei coole Möglichkeiten, um am Aletschgletscher zu wandern:
Panorama-Wanderung vom Aletschgletscher aus von der Fiescheralp (oder Bettmeralp)
Nach immerhin schon 6 Tagen Roadtrip und jeden Tag ziemlich vielen Wanderungen (wir sind jeden Tag 15-20 km gelaufen 😉 ) schien uns das die vernünftigste Option. Wir haben uns entschieden, die Wanderung in Fiescheralp statt in Bettmeralp zu starten, weil wir so eine 5-6 km kürzere Runde (insgesamt 14 km) mit 300 m weniger Höhenunterschied machen konnten.
Wenn du aber Lust auf eine schöne Wanderung von 18 bis 20 km am Tag hast, kannst du auch in Bettmeralp starten, weil die Seilbahnfahrt da etwas günstiger ist (Betten nach Bettmeralp für 19,60 CHF gegenüber 27 CHF für Fiesch nach Fiescheralp zum Vollpreis).
An diesem Tag kommen wir also früh morgens an der Bergstation der Seilbahn in Fiescheralp an. Das Licht auf den umliegenden Gipfeln ist noch immer wunderschön und wir haben einen atemberaubenden Blick auf die berühmten Viertausender der Region (das Matterhorn, das Weisshorn und das Mischabelmassiv) auf der anderen Seite des Rhonetals. Was für ein Panorama zum Start dieser Wanderung! (Und das war erst der Anfang.)




Zuerst geht’s locker etwa 3 km bergauf, bis man am Ort «Hohbalm» auf den Panoramaweg des Aletschgletschers (Nr. 39) trifft. Weiter unten sieht man das Dorf Bettmeralp und sogar die kleine Stadt Brig am Ende des Rhonetals.


Von hier aus geht’s 4–5 km auf einem Wanderweg (dem Aletsch Panoramaweg) entlang, der echt eine der kultigsten und beeindruckendsten Aussichten der Schweiz bietet! Wir hatten schon unzählige Fotos vom Aletschgletscher im Internet gesehen, aber ehrlich gesagt hat uns der Anblick in echt trotzdem total umgehauen!
Vor uns liegt diese riesige Eisautobahn, die sich wie eine große Kurve um das Aletschhorn (4193 m) schlängelt. Hinter uns endet die Gletscherzunge am Fuße des Aletschwaldes mit seinen orangefarbenen Lärchen (im Hintergrund vervollständigen das Matterhorn und das Weisshorn dieses Bild). Es ist einfach wow!





Je weiter man den Weg entlanggeht, desto besser sieht man den berühmten Konkordiaplatz, wo die drei Hauptgletscher zusammenkommen und die riesige Gletscherzunge des Aletschgletschers bilden. Ganz hinten sieht man auch das Jungfraujoch, den höchstgelegenen Bahnhof Europas (3454 m), den wir vor ein paar Tagen von der anderen Seite (vom Lauterbrunnental aus) bewundert haben.
Bei so einem Ausblick gönnen wir uns eine kleine, wohlverdiente Picknickpause und checken dabei die beeindruckende Eismasse ab, die sich vor uns ausbreitet.




Auf Höhe des kleinen Sees von Märjelen verlässt der Weg den Gletscherrand und biegt in ein Seitental ab. Der Weg geht weiter bis zur Gletscherstube, die an einem künstlichen See liegt. Von hier aus gibt’s zwei Möglichkeiten, um zur Fiescheralp zurückzukehren:
- Die schnellste (aber nicht die schönste) Option führt durch den Tälligrat-Tunnel, dann einfach dem Weg bis zum Dorf folgen.
- Oder du kannst bis zum Tälligrat-Pass (2610 m) hochfahren und dann wieder runter zur Fiescheralp.
Wir haben uns natürlich für die landschaftlich reizvolle Route entschieden, die zum Tälligrat-Pass führt, von wo aus man übrigens einen tollen Blick auf den Fiescher Gletscher hat 😉 . Und ehrlich gesagt ist der Aufstieg ziemlich kurz, daher empfehlen wir euch, diese Route zu nehmen, wenn ihr noch fit seid 🙂




Von diesem Pass aus kann man auch zum Gipfel des Eggishorns (2926 m) hoch, wo man einen der schönsten Ausblicke auf den Aletschgletscher hat (auch mit der Seilbahn erreichbar). Aber nach einer Woche Wandern hatten wir genug und sind lieber direkt wieder runter nach Fiescheralp gegangen. Das hat auf einem schönen Weg etwa eine Stunde gedauert.
Übrigens: 2023 sind wir nochmal hierher gekommen, um den Gratweg zwischen Eggishorn und Bettmerhorn zu machen. Eine echt coole Wanderung, die wir euch wärmstens empfehlen können 🙂


- Entfernung: ungefähr 14 km
- Höhenunterschied: ca. 700 m d+-
- Schwierigkeitsgrad: Leicht (auch wenn es immerhin 14 km zu Fuß sind 😉 )
- Dauer: 4-5 Stunden mit allen Fotopausen 😉
- Hinweis: Die Karte und die GPX-Datei dieser Wanderung findest du am Ende des Artikels, die rote Markierung.
Wenn du nach weiteren Ideen für Wanderungen und Aktivitäten in der Schweiz suchst, solltest du dir unser neues E-Book nicht entgehen lassen. Dieser 75-seitige Reiseführer, der im Mai 2025 erschienen ist, enthält alle unsere besten Tipps und Tricks, um unser geliebtes kleines Land zu besuchen, ohne dabei dein Budget zu sprengen. Du findest darin Tipps zu Transport, Unterkünften und Einkaufsmöglichkeiten, aber auch eine Liste mit kostenlosen Aktivitäten und Veranstaltungen zu jeder Jahreszeit sowie unsere Lieblingsaussichtspunkte und Wanderungen. Am Ende des Reiseführers haben wir außerdem eine Auswahl an ungewöhnlichen Routen abseits der ausgetretenen Pfade (+ dazugehöriges Budget) zusammengestellt. Ein super umfassender Reiseführer mit einer tollen interaktiven Karte, auf der du über 500 Adressen und Tipps findest (und über 100 Wanderrouten im ganzen Land, jeweils mit einem Link zu einem ausführlichen Artikel und/oder der GPX-Route zum Herunterladen).

Mehr Infos zum E-Book und zur interaktiven Karte findest du in diesem Artikel.
Wandern von A nach B mit dem Aletsch-Entdeckungspass
Eine zweite Möglichkeit, den Aletschgletscher zu erkunden, ist der Kauf eines Tages-Entdeckungspasses, mit dem du alle Bergbahnen der Aletsch Arena zum Auf- und Abstieg nutzen kannst. Mit diesem Ticket kannst du also zu einem Punkt A hinauffahren, zu einem Punkt B wandern, mit der Gondel ins Tal zurückfahren und schließlich mit dem Zug zu deinem Ausgangspunkt zurückkehren (der Zug ist ebenfalls in diesem Pass enthalten).

Dieser Entdeckungspass kostet zwar etwas mehr (ca. 55 €), aber dafür kannst du eine Wanderung machen, die noch cooler ist als die, die wir dir gerade gezeigt haben. Du könntest zum Beispiel:
- Park in Mörel und nimm die Seilbahn bis zur Hohfluh, einem Aussichtspunkt auf Höhe des geschützten Aletschwaldes.
- Wandere etwa 10 km auf dem Panoramaweg des Aletschgletschers (grüner Weg auf der Karte unten).
- Mach einen coolen Aufstieg zum Gipfel des Eggishorns und genieß eine der besten Aussichten auf den Gletscher.
- Mit den Liften wieder runter ins Dorf Fiesch fahren
- mit dem Zug zurück nach Mörel fahren
Wir haben echt gezögert, diese Option zu nehmen, weil wir den Aletschwald gerne näher gesehen hätten. Aber mit dem Hund (der auch ein Ticket gebraucht hätte) wäre das doch ein bisschen teuer geworden, also haben wir uns für die Rundwanderung von der Fiescheralp entschieden.
Tipp: Wenn du den Pass über Civitatis kaufst, kannst du ihn bis 48 Stunden vor der Aktivität stornieren. Wenn du aber Schweizer bist und einen Halbtax-Pass hast, kannst du diesen Pass zum halben Preis auf der Website von Aletscharena kaufen.
Wanderkarte zum Aletschgletscher
Unten siehst du in Rot die Runde, die wir von der Fiescheralp aus gemacht haben, und in Grün die Wanderung, die du mit dem Tagespass machen kannst:
So, wir hoffen, dass dieser Artikel euch Lust gemacht hat, mal in der Gegend vom Aletschgletscher zu wandern. Wir müssen zugeben, dass er seinen Platz in der Liste der bekanntesten Orte unseres schönen Landes echt verdient hat… Und wir sind echt froh, dass wir endlich diese Lücke in unserer Schweizer Liste geschlossen haben 😉 .
Wir hoffen auch, dass wir mal wieder hierherkommen können, weil wir gerne im Aletschwald spazieren gehen würden. Außerdem reizt uns der Grat zwischen Bettmerhorn und Eggishorn (der UNESCO Höhenweg) (den wir 2023 gemacht haben), weil das Panorama auf den Aletschgletscher dort echt spektakulär sein soll.
Nicht weit weg kannst du auch das Binntal erkunden, ein echt authentisches und unberührtes Tal direkt gegenüber vom Aletsch. Lies unseren Artikel über das Binntal.
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